Wien/Klagenfurt. In zwei Monaten wählt Kärnten einen neuen Landtag und läutet damit (abgesehen von der Wehrpflicht-Volksbefragung am 20. Jänner) das Super-Wahljahr 2013 mit vier Landtags- und einer Nationalratswahl ein. Vor allem für das BZÖ dürfte 2013 zum Schicksalsjahr werden. Die entscheidende Frage ist: Wird es das orange Bündnis am Ende des Jahres als wahrnehmbare politische Kraft noch geben?

Parteichef Josef Bucher will jedenfalls darum kämpfen - und beginnt mit politischer Grundlagenarbeit. Zwar hat das BZÖ bei der Kärntner Landtagswahl 2009 mit 45 Prozent ein Sensationsergebnis erzielt, weil aber ein halbes Jahr später die Kärntner Orangen (zumindest auf Landtagsebene) geschlossen ins freiheitliche Lager gewechselt sind, heißt es für Bucher und seine Mitstreiter zunächst einmal Unterstützungserklärungen sammeln, um bei der Landtagswahl am 3. März überhaupt antreten zu dürfen.

Bis 27. Jänner müssen die Parteien die Wahlkreisvorschläge einbringen. Dazu braucht es für jeden der vier Wahlkreise entweder die Unterschrift von drei Landtagsabgeordneten oder 100 Unterstützungserklärungen. Während die Abgeordnetenunterschriften bei FPK, SPÖ und ÖVP nur eine Formalität sind, werden die Grünen, die nur über zwei Landtagsmandate verfügen, das BZÖ und das Team Stronach den etwas beschwerlicheren Weg über die Unterstützungserklärungen der Bürger gehen müssen - oder sind ihn bereits gegangen, wie das Team Stronach. Spitzenkandidat Gerhard Köfer, ehemals roter Bürgermeister von Spittal, hatte binnen eines Vormittags die nötigen 400 Unterstützungserklärungen beisammen und reichte sie noch am Mittwochnachmittag ein.

Auch Bucher wirbt seit Mittwoch "mit Bürgergesprächen und Standlaktionen" um Unterstützer. "Wir müssen Unterschriften sammeln, weil sich im Jahr 2009 die Gebrüder Scheuch und Landeshauptmann Dörfler abgespalten und der Strache-FPÖ angeschlossen haben. Sie haben die BZÖ-Wähler von 2009 an Strache verkauft", schimpft der Parteichef und erklärt großspurig, Landeshauptmann von Kärnten werden zu wollen. In Umfragen dümpelt das BZÖ allerdings im Bereich der 5-Prozent-Hürde herum.

"Wenn sie es heuer nicht schaffen, dann war es das"