Von Kärnten, vor allem aber von der Nationalratswahl im Herbst hängt ab, ob es für das Zukunftsbündnis überhaupt eine Zukunft gibt. Politikwissenschafter Peter Filzmaier will zwar keine Prognose abgeben - man könne nicht wissen, was in einem halben Jahr passiert -, ist aber eher skeptisch. Dabei ist für ihn vor allem die Nationalratswahl entscheidend, weniger die Landtagswahl. "Kärnten ist nur eine Präsentationsplattform für die Nationalratswahl", so Filzmaier im Gespräch mit der "Wiener Zeitung", und: "Wenn sie es dann nicht schaffen, dann war es das - und das wissen sie." Wenn die Orangen nämlich bei der Nationalratswahl im Herbst nicht über die vier Prozent kommen, dann ist es nach Einschätzung des Politikexperten "egal, ob sie in Kärnten im Landtag sitzen oder nicht". Auch ein Direktmandat wie 2008 sei "illusorisch".

Filzmaier sieht das BZÖ in einem regelrechten "Überlebenskampf". "Die Frage ist: Was ist aus Sicht des Wählers besser, wenn es das BZÖ gibt? Darauf hat die Partei keine Antwort", so Filzmaier. Auch fehle der Partei eine echte Themenführerschaft: "Die Grünen haben die Umwelt, die Blauen die Ausländer, die Roten das Soziale - aber wenn die Orangen etwas sagen, dann sind sie immer erst der zweite oder dritte, der etwas sagt." Das propagierte Thema Wirtschaftsliberalismus sei für die Wähler einfach nicht greifbar.

Als Chance sieht Filzmaier für das BZÖ zweierlei. Einerseits eine klare Koalitionsansage in Richtung Schwarz-Orange: "Wer gegen Rot-Grün ist und auch Strache nicht in der Regierung haben will, für den ist das BZÖ eine Möglichkeit". Möglichkeit Nummer zwei seien enttäuschte Bürgerliche, so Filzmaier. 2008 haben 150.000 enttäuschte ÖVP-Wähler ihr Kreuz bei den Orangen gemacht. Hier könne man wieder ansetzen.

Genau darauf setzt Rainer Widmann: Viele seien von der ÖVP enttäuscht, die zwar viele schöne Ankündigungen mache, dann aber umfalle und nur auf Machterhalt aus sei, sagt der BZÖ-Bündnissprecher zur "Wiener Zeitung". Es brauche "bürgerliche Macher, keine bürgerlichen Umfaller".

Für das Wahljahr ist Widmann naturgemäß wesentlich optimistischer als Filzmaier: Von Schicksalsjahr will er nicht reden, man sei in der Partei "sehr gelassen und gut aufgestellt", daher seien die "Chancen intakt". Auch sieht Widmann nicht zu viel Konkurrenz rechts der Mitte: "Die FPÖ ist in Wahrheit eine linke Partei", ebenso die ÖVP. Und das Team Stronach (bestehend fast ausschließlich aus BZÖ-Dissidenten) sei ohnehin nur "eine politische Eintagsfliege - gleich wieder weg".