Graz. Strukturelle Veränderungen stehen im steirischen Bildungswesen bevor: Eine Leitung für mehrere Schulen, der Ausbau von Ganztagsschulen und von Betreuung von unter Dreijährigen wurde am Donnerstag bei der Präsentation des "Regionalen Bildungsplans" angekündigt.

Rund 330 Seiten stark ist der Plan, der den Weg für die kommenden zehn bis 15 Jahre vorgeben soll. "Es geht um mehr Qualität und darum, mit den vorhandenen finanziellen Möglichkeiten auszukommen. Wahrscheinlich wird es uns aber auf Zeit sogar mehr kosten", sagte Landeshauptmann Franz Voves. "Was wir dazu von der Steiermark aus tun können, tun wir. Sehr viel wird aber auch vonseiten des Bundes zu machen sein", betonte hingegen Landeshauptmannstellvertreter Hermann Schützenhöfer.

Eine Verwaltungsreform bei den Schulleitungen kündigte Landesschulratspräsident Wolfgang Erlitz an: Um im ländlichen Bereich das Bildungsangebot zu sichern, sollen mehrere Schulen - wie in Bad Aussee und Eisenerz bereits umgesetzt - fortan unter eine Leitung gestellt werden. Auch Kooperationen zwischen Schulen werden verstärkt: Aus einer Handelsakademie und einer Landwirtschaftsschule wird etwa eine "Agrar-Hak". Ganztägige Schulformen sollen in getrennter Form (Nachmittagsbetreuung) oder verschränkter Form (Unterricht, Lernen und Freizeit im Wechsel) geführt und bis zumindest 16 Uhr ausgebaut werden. Sowohl die Lehre mit Matura als auch die Möglichkeit, nach der Matura eine Lehre zu absolvieren, wird forciert.

300 zusätzliche Plätze für unter Dreijährige

Verbesserungen im Elementarbereich kündigte Bildungslandesrätin Elisabeth Grossmann an; jährlich sollen 300 Betreuungsplätze zusätzlich für die unter Dreijährigen geschaffen werden, die Sprachentwicklung der Kinder mit und ohne Migrationshintergrund gefördert und die Öffnungszeiten erweitert werden.