Jerusalem/Wien. Das Verfahren im Korruptionsskandal um die Familie des israelischen Ex-Premiers Ariel Sharon ist laut Medienberichten eingestellt worden. Damit kann auch der österreichische Investor Martin Schlaff aufatmen - gegen ihn wurde wegen des Vorwurfs der "Übergabe von Bestechungsgeldern" ermittelt. Eingestellt hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen Mangels an Beweisen. Zudem ist der Hauptangeklagte Sharon, der seit 2006 nach einem Schlaganfall im Koma liegt, verhandlungsunfähig.

In der Korruptionsaffäre geht es um Gelder, die der britische Geschäftsmann Cyril Kern, enger Vertrauter Sharons, vor gut zehn Jahren an Sharons Söhne Omri und Gilad nach Israel transferiert haben soll. Das Geld, angeblich von einem Bawag-Konto überwiesen, sei dazu gedacht gewesen, Schulden aus Sharons parteiinternem Vorwahlkampf 1999 zu tilgen. Kern soll aber nur als Mittelsmann agiert haben - im Auftrag von Schlaff. Die Justiz hatte den Verdacht, dass Schlaff 2002 an Sharon 4,5 Millionen Dollar transferierte. Als Teilhaber des Casinos in Jericho im palästinensischen Autonomiegebiet wollte der Investor dessen Wiedereröffnung beschleunigen, wurde vermutet.