Wien. Am Freitag wurde Ilse-Maria Vrabl-Sanda als neue Leiterin der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in ihr Amt eingeführt. 2012 sei das "Jahr der Korruptionsbekämpfung" gewesen, sagte Justizministerin Beatrix Karl in der feierlichen Zeremonie. Sie kündigte die Errichtung einer "Whistleblower-Hotline" für anonyme Hinweise an. Einmal mehr verteidigte sie das Weisungsrecht über die Staatsanwälte mit Verweis auf den Salzburger Finanzskandal.

Vrabl-Sanda bekleidet ihre neue Funktion seit Anfang Dezember 2012. Als Chefin der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft leitet sie die zweitgrößte Anklagebehörde des Landes.

Als Korruptionsjägerin will die 49-Jährige ihre neue Rolle offenbar nicht verstanden wissen. "Wir sind keine Jäger, die Kriminelle zur Strecke bringen wollen", sagte Vrabl-Sanda - vielmehr gehe es darum, das historische Geschehen aufzuarbeiten und dem Recht zum Durchbruch zu verhelfen. Inhaltlich sprach sie sich in ihrer Ansprache unter anderem für eine Stärkung der Kriminalpolizei im Umgang mit Wirtschaftsdelikten aus.

Geyer: Sondereinheit soll Wirtschaftsdelikte klären


Mit der Amtseinführung wurde auch Walter Geyer verabschiedet, der die WKStA seit ihrer Gründung 2009 geleitet hatte. Er sprach sich dafür aus, zusätzlich zum Bundesamt für Korruptionsbekämpfung (BAK) eine Sondereinheit der Polizei zur Klärung großer Wirtschaftsdelikte einzurichten. Außerdem plädierte Geyer für mehr Transparenz in der öffentlichen Verwaltung.

"In Österreich darf bei Korruption nicht länger weggeschaut werden, und es wird auch nicht länger weggeschaut, dafür war in der Vergangenheit Walter Geyer ein Garant und dafür wird in Zukunft Ilse-Maria Vrabl-Sanda eine Garantin sein", streute Karl dem scheidenden Leiter und der neuen Chefin der Korruptionsstaatsanwaltschaft Rosen. Der Staatsanwaltschaft sagte Karl zusätzliche, höher dotierte Planstellen zu.