Auf eine lange Tradition blickt auch der Wiener Kroatenball (ebenfalls im Parkhotel Schönbrunn) zurück. Das Tanzereignis findet dieses Jahr zum 66. Mal statt und verbindet burgenländische Kroaten und kroatische Neuzuwanderer mit Österreich. Dieses Jahr haben die Kroaten einen weiteren Grund zum Feiern: Am 1. Juli 2013 wird das Land 28. Mitglied der Europäischen Union.

Seit elf Jahren veranstalten auch die Polen einen Ball. Die österreichische und die polnische Jugend werden den Polnischen Frühlingsball am 26. Jänner gemeinsam eröffnen. "Abgesehen von Polen kommen auch Österreicher, Ungarn, Kroaten, Franzosen", berichtet Maria Buczak vom polnisch-österreichischen Kulturverein Takt. Am meisten Menschen reisen aber aus Warschau und Krakau nach Wien. Erwartet werden 200 Ballgäste. Auf dem Programm stehen traditionelle polnische Rhythmen, Evergreens und Tango. Hier wolle man sich treffen, feiern und Geld für einen karitativen Zweck - heuer "Licht ins Dunkel" - sammeln, betont Maria Buczak. Einen polnischen Touch werden dem Essen die Piroggen verleihen - Teigtaschen, die mit Topfen, Kraut, Kartoffeln oder Fleisch gefüllt sind.

"Ein gesellschaftliches,

kein Business Event"

Der traditionelle Gruppentanz Kalamatianos und griechische Folklore in Nationaltracht wird zu Mitternacht auf dem Ballprogramm der Griechen im Kursalon im Stadtpark stehen. Seit acht Jahren findet der Ball statt. Man knüpfte dabei an Erfahrungen der 80er-Jahre an, als es bereits einen Ball der Griechen gab. Laut Costas Fisoglou vom Verband hellenischer Vereine in Österreich werden 450 Gäste erwartet, die aber nur selten aus dem Ausland kommen. Abgesehen von Angehörigen der hiesigen griechischen Community machten autochthone Österreicher die Hälfte der Besucher aus. "Unser Wunsch ist eine Stärkung der kulturellen Beziehungen", sagt Fisoglou. Der griechische Ball sei mehr ein gesellschaftliches als ein Business Event.

Auch der Kulturverein österreichischer Roma organisiert heuer einen Ball für seine Community. Am 9. Februar wird im Haus der Begegnung zu traditioneller Roma-Musik, ebenso aber auch zu Oldies und Evergreens getanzt.

Manche Bälle sind erst in den letzten Jahren entstanden, wie etwa der Neujahrsball der Chinesen, der im Palais Liechtenstein abgehalten wird. Die am schnellsten wachsende Zuwanderergruppe der vergangenen Jahre - die russische - hat mittlerweile ebenfalls ihren Ball. Er findet am 7. Februar zum siebten Mal statt, in besonders exklusivem Umfeld - in der Hofburg.

Nicht nur um das Tanzbein schwingen zu lassen, sondern auch um ein Statement abzugeben organisiert der Verein Inte-grationshaus jedes Jahr den Flüchtlingsball, der heuer zum 19. Mal im Wiener Rathaus stattfinden wird. Die Party, bei der feiernd gegen die Asylpolitik protestiert wird, besuchen mindestens 3500 Menschen, darunter viele Asylsuchende. Dem bunten Publikum entsprechend lautet der Dress Code "Bekleidung beliebig, aber erwünscht". Anders bei den anderen Community-Bällen, wo es heißt: Abendrobe für die Damen, Frack, Uniform oder Smoking für die Herren.