Die Analysen der Meinungsforscher zeigen auf, dass bei der Bundesheer-Volksbefragung vom Sonntag vor allem die älteren und männlichen Stimmberechtigten für die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht votiert haben. Das geht auch aus einer Erhebung der ARGE Wahlen auf Daten-Basis von GFK austria hervor (6.000 Telefoninterviews). Bei den Unter-30-Jährigen sieht ARGE Wahlen/GFK ebenfalls eine Mehrheit für die Wehrpflicht - und zwar zu 55 Prozent.

Klares Votum für die Wehrpflicht

Die Einschätzung zu den jungen Stimmberechtigten fiel je nach Meinungsforschungs-Institut unterschiedlich aus. Während ARGE Wahlen/GFK die Wehrpflicht-Befürworter auch in dieser Gruppe in der Mehrheit sieht, sind die Präferenzen der Jungen laut Peter Hajek 50:50 verteilt. Das SORA-Institut (für den ORF) ermittelte in seiner Wahltagsbefragung (mehr als 1.000 Befragte) unter den Bis-29-Jährigen hingegen eine Mehrheit für ein Berufsheer - und zwar von 63 Prozent.

Bei den Älteren sind sich die Meinungsforscher einig: Laut ARGE Wahlen/GFK haben sich 69 Prozent der Stimmberechtigten ab 60 Jahre für die Wehrpflicht ausgesprochen. Auch bei Hajek werden die Älteren als klare Befürworter des Status quo ausgewiesen, demnach entschieden sich 66 Prozent der Über-50-Jährigen für die Wehrpflicht. SORA/ORF wies die über 60-Jährigen zu 71 Prozent als Wehrpflicht-Befürworter aus.

Auch beim Stimmverhalten der Frauen und Männern sind sich die Experten einig. Laut ARGE Wahlen stimmten 61 Prozent der Männer für die Wehrpflicht, bei den Frauen waren dies 58 Prozent. Ein gleichlautendes Ergebnis gab es bei Hajek (Männer 61, Frauen 59), bei SORA war der Abstand der Zustimmung zur Wehrpflicht zwischen Männern (64) und Frauen (55) etwas größer.

Höher Gebildete stimmten mehrheitlich für Berufsheer
Einen deutlichen Unterschied gab es beim Abstimmungsverhalten in den unterschiedlichen Bildungsschichten. Während die Pflichtschulabsolventen laut ARGE Wahlen/GFK mit 68 Prozent für die Wehrpflicht stimmten, lag die Zustimmungsrate bei jenen mit einem Berufsschul- oder BMS-Abschluss bei 63 Prozent. Die geringste Zustimmung kam aus der Gruppe der Matura- oder Universitäts-Absolventen, aber auch hier lag die Zustimmung zum Status quo bei 55 Prozent.

Aufgesplittet nach Partei-Präferenzen zeigt sich, dass vor allem jene, die sich als ÖVP-Wähler deklarierten, klar für die Wehrpflicht stimmten - mit 81 Prozent. Auch die FPÖ-Wähler und Stronach-Sympathisanten stimmten mit 75 Prozent bzw. 56 Prozent für den Status quo.

Unter jenen, die als Wahlpräferenz die SPÖ nannten, gab es mit 56 Prozent eine Mehrheit für das Berufsheer-Modell. Auch die potenziellen Grün-Wähler entschieden sich zu 62 Prozent für ein Berufsheer. Abgefragt wurden aber nur jene, die auch zur Volksabstimmung hingehen wollten.

Bei den Ergebnissen der ARGE Wahlen handelt es sich um kumulierte Umfrage-Daten der GFK austria, erhoben im Dezember und Jänner. Nach Vorliegen des Ergebnisses wurden die Umfrage-Daten entsprechend gewichtet, erklärte Franz Sommer von der ARGE Wahlen.