Wien. Unterrichtsministerin Claudia Schmied hat am Mittwoch das neue Direktorium für das Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens (Bifie) bekanntgegeben. Ab 1. April werden der Erwachsenenbildner und ehemalige Kabinettschef von Ex-Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP), Martin Netzer, sowie der Erziehungs- und Kommunikationswissenschafter Christian Wiesner das Bifie leiten. Das 2008 ausgegliederte Institut ist für Projekte wie die Zentralmatura, Bildungsstandards sowie Testungen für Bildungsvergleichsstudien zuständig.

Netzer und Wiesner lösen Österreichs "Mr. Pisa", Günter Haider, und Interims-Direktor Christian Dorninger ab. Haiders ursprünglicher Co-Direktor Josef
Lucyshyn war im März 2012 wegen "wesentlicher Schwächen im Kontrollsystem" abberufen worden. Der damalige Leiter von Gehrers Zukunftskommission und des österreichischen Pisa-Zentrums, Haider, ist 2005 bei der ÖVP in Ungnade gefallen, als er zunehmend fortschrittliche Bildungspositionen vertreten hat. Er war sogar schon als SPÖ-Bildungsminister gehandelt worden und war in gutem Einvernehmen mit Schmied. Seine Ablöse kommt für ihn überraschend.

Netzer ist derzeit im Unterrichtsministerium stellvertretender Leiter der Sektion II (Berufsbildendes Schulwesen, Erwachsenenbildung und Schulsport). Wiesner ist seit 2008 Zentrumsleiter des Zentralen Managements und Services des Bifie sowie Lektor an verschiedenen Unis.

Der grüne Bildungssprecher Harald Walser kritisierte die Postenbesetzung "nach rot-schwarzem Parteienproporz".