Öllinger bezog sich auf Tiroler Internet-Aktivisten. - © apa
Öllinger bezog sich auf Tiroler Internet-Aktivisten. - © apa

Innsbruck. Der grüne Nationalratsabgeordnete Karl Öllinger hat bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft Anzeige gegen den Vorstand des landeseigenen Tiroler Energieversorgers Tiwag wegen des Verdachts der Untreue, des versuchten Amtsmissbrauchs sowie der Anstiftung zum Amtsmissbrauch eingebracht. Dies erklärte Erich Mayer, Leiter der Medienstelle der Behörde, und bestätigte damit einen Bericht der "Tiroler Tageszeitung". Tiwag-Chef Bruno Wallnöfer bezeichnete die Vorwürfe als "völlig substanzlos".

Öllinger vermutet, dass im Rahmen eines Großauftrages des Landesunternehmens an die damalige Innsbrucker PR-Agentur "hofherr communikation", heute "P8 Hofherr", ein Strategiepapier für die Tiroler Volkspartei respektive deren Spitzenkandidaten verfasst wurde. Spitzenkandidat der Tiroler ÖVP war der damalige Landeshauptmann und jetzige Landtagspräsident Herwig Van Staa. Öllinger bezog sich bei seiner Anzeige auf den Tiroler Internet-Aktivisten Markus Wilhelm, der die Vorwürfe auf seiner Homepage aufgeworfen hatte.

"Vorwürfe dürften sich


in Luft auflösen"


Tiwag-Vorstandsvorsitzender Wallnöfer konterte: Die Tiwag habe zwar über mehrere Jahre einen Beratungsvertrag mit der PR-Agentur unterhalten. "Dieser beinhaltete jedoch die Unterstützung der Ausbauvorhaben der heimischen Wasserkraft", meinte er. "Zu keinem Zeitpunkt" seien darüber hinausgehende Aufträge erteilt und bezahlt worden. Diese Vorwürfe von "fundamentaloppositionellen Gruppen und Artverwandten" würden sich erneut "in Luft auflösen".

"Wilhelm ist seit April 2010 im Besitz von widerrechtlich beschafften und zum Teil manipulierten Dateien aus unserer Agentur", teilte unterdessen "P8 Hofherr" in einer Aussendung mit. Auch das Dokument, das Gegenstand der Anzeige sei, müsse Wilhelm "im Zuge des Datendiebstahls im Jahr 2010, also vor fast drei Jahren, bekommen haben", hieß es seitens der Agentur. Es handle sich um eine "perfide Art der Ehrabschneidung" und habe offensichtlich mit dem beginnenden Landtagswahlkampf in Tirol zu tun. Die Agentur kündigte an, Öllinger klagen zu wollen, sollte dieser die Vorwürfe öffentlich wiederholen.