Josef Bucher will nur als Landesrat nach Kärnten. - © Newald
Josef Bucher will nur als Landesrat nach Kärnten. - © Newald

"Wiener Zeitung":Sie sind Spitzenkandidat. Heißt das, dass Sie, wenn der Einzug in den Landtag klappt, nach Kärnten gehen?

Josef Bucher: Kärnten liegt mir am Herzen und ich habe meine politische Zukunft eigentlich immer schon in Kärnten gesehen.

Das hat aber die Frage nicht beantwortet, unter welchen Umständen Sie nach Kärnten gehen.

Das hängt nicht von mir ab, sondern von den Wählern. Ich schließe nicht aus, dass, wenn wir den Landesrat schaffen, ich in Kärnten bleiben werde.

Also als Landesrat gehen Sie nach Kärnten, als einfacher Abgeordneter eher nicht?

Da sehe ich im Nationalrat mehr Möglichkeiten, für Kärnten zu wirken.

In diesem Wahlkampf wurde Ihr Auto demoliert und Ihre Parteizentrale verschmiert.

Das gehört offenbar dazu zu einem Wahlkampf. Wolfgang Waldner (ÖVP-Landesrat, Anm.) bekam sogar Drohbriefe. In Kärnten geht es drunter und drüber. Die FPK klammert sich mit allen Mitteln an ihre Macht. Ich lass mich davon aber nicht einschüchtern.

Also Sie vermuten die Freiheitlichen hinter diesen Aktionen?

Das muss die Polizei klären.

Aber Sie machen die FPK für die Aggressivität verantwortlich.

Natürlich sind sie für den Stil verantwortlich. Letztendlich haben sie schon 2009 begonnen, in Kärnten eine Politik einzuführen, wie wir sie noch nie gekannt haben. Damals wurde das BZÖ mit 45 Prozent gewählt, die FPÖ bekam drei Prozent. Wenige Monate später hat man der FPÖ die 45 Prozent zugeschoben.

Fühlen Sie sich betrogen?

Kärnten wurde betrogen. Die Kärntner haben ja etwas anderes gewählt, nicht die FPÖ. Das Scheuch-Regime hat Kärnten so in Geiselhaft genommen, dass selbst Landeshauptmann Gerhard Dörfler als Marionette tun muss, was die Scheuch-Brüder sagen.

Nicht nur an die FPK haben Sie Mandatare verloren. Zuletzt war für viele das Team Stronach attraktiver als das BZÖ.

In Kärnten nicht. Stronach wird überbewertet. Er zieht vielleicht im städtischen Bereich und bei den Superreichen. Aber für die Allgemeinheit ist er völlig ungeeignet, Politik zu machen.