Wien. Gesundheitsminister Alois Stöger macht mit der angekündigten Strafverschärfung für falsche Lebensmittelkennzeichnung nun ernst. Einen entsprechenden Entwurf habe er zu Wochenbeginn an den Koalitionspartner ÖVP übermittelt, gab Stöger am Dienstag bekannt. Ebenso wie Kanzler Werner Faymann hätten auch Vizekanzler Michael Spindelegger und Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich Zustimmung signalisiert.

Auch das BZÖ fordert höhere Strafen sowie strengere Lebensmittelkontrollen. Der Bundesregierung werfen die Orangen Versagen vor und berufen daher im Nationalrat am Mittwoch eine "Aktuelle Stunde" zum Thema Pferdefleisch ein.

Gleichzeitig wurde der Pferdefleisch-Skandal in Österreich um einen Fall reicher: In Kärnten wurde in einer Probe der Rohware "Wurstfleisch" 100 Prozent Pferde-DNA nachgewiesen, teilte die Ages mit. Dabei handelte es sich um kein Lebensmittel, da die Rohware noch nicht verarbeitet worden war. Die Probe gehörte zu jenem Fleischereiunternehmer, der Würste mit nicht deklariertem Pferdefleisch produziert und verkauft hat. Der Fleischer hat bereits am Samstag bei der Polizei ein Geständnis abgelegt.

Gleich mehrere Tonnen falsch deklarierten Fleisches sollen indes in Tschechien an die Verbraucher gelangt sein. Das staatliche Veterinäramt in Prag wurde von Kollegen in Irland auf zwei verdächtige Lieferungen aufmerksam gemacht.