St. Pölten. (sir) Dass sich die Oppositionsparteien in Niederösterreich, und unter ihnen vor allem Frank Stronach, das Brechen der Absoluten von Erwin Pröll zum primären Ziel gesetzt haben, dürfte dem Landeshauptmann eben diese Absolute gerettet haben. Denn die stand und fiel mit der Mobilisierungskraft der ÖVP.

Entsprechend orchestrierte Pröll auch den Wahlkampf, am Sonntag machten dann 83 Prozent der ÖVP-Wähler von 2008 erneut ihr Kreuz unter dem Namen Prölls. Keine andere Partei konnte ihre Wähler so gut mobilisieren wie der seit 1992 amtierende Landeshauptmann - der Aufwand der ÖVP respektive des Personenkomitees für Erwin Pröll in diesem Wahlkampf war freilich auch enorm. Laut dem Institut Sora sahen 79 Prozent der ÖVP-Wähler in Erwin Pröll den besten Kandidaten, sogar 90 Prozent seiner Wähler stimmten für ihn, damit er Landeshauptmann bleibt.

FPÖ verlor viel an ÖVP

Für Stronach, der vor allem Nichtwähler zum Wahlgang ermuntern konnte, sind die Persönlichkeitswerte laut Umfrage dagegen eher ernüchternd. Unter seinen Wählern fanden sich lediglich 26 Prozent, die ihn als Landeshauptmann sehen wollten, so wenig wie bei keiner anderen Partei. Als "besten Spitzenkandidaten" sahen ihn auch nur 36 Prozent seiner Wähler, da schnitt sogar SPÖ-Kandidat Josef Leitner (44 Prozent) besser ab.

Die FPÖ verlor in Niederösterreich, wie zu erwarten war, an das Team Stronach, doch noch mehr FPÖ-Wähler von 2008 wechselten zu Erwin Pröll. Laut Sora-Umfrage schnitten die Freiheitlichen vor allem bei den Frauen schlecht ab, Spitzenkandidatin Barbara Rosenkranz konnte nur fünf Prozent überzeugen, Pröll verbuchte bei den Frauen 58 Prozent (bei Männern: 44 Prozent).

Während die Grünen verstärkt bei Jungen und Menschen in Ausbildung (17 Prozent) punkteten, hatte Frank Stronach, der aggressivste aller Pröll-Gegner, sein bestes Ergebnis bei den öffentlich Bediensteten. 20 Prozent wählten Stronach, Pröll nur 38 Prozent.