Bundespräsident Heinz Fischer (links) und der Präsident Tadschikistans Emomali Rachmon. - © APAweb / APA, Bundesheer, Peter Lechner
Bundespräsident Heinz Fischer (links) und der Präsident Tadschikistans Emomali Rachmon. - © APAweb / APA, Bundesheer, Peter Lechner

Duschanbe/Wien/Kabul. Als Impuls für den weiteren Ausbau der Beziehungen zwischen Österreich und Tadschikistan sehen Bundespräsident Heinz Fischer und sein tadschikischer Amtskollege Emomali Rachmon den Staatsbesuch Fischers in Duschanbe am Mittwoch. Aus österreichischer Sicht soll die Visite auch Türöffner sein, die bisher schwachen Wirtschaftsbeziehungen mit der autoritär geführten Ex-Sowjetrepublik in Zentralasien, die vor allem im Bereich Wasserkraft erhebliches Potenzial hat, zu fördern.

Fischer sprach Menschenrechte an
Fischer beschrieb bei einem gemeinsamen Pressestatement mit Rachmon seinen Besuch als "Initialzündung" für die wirtschaftliche Kooperation. Österreich sei "fest entschlossen" die Chancen, die sich Tadschikistan böten, zu nutzen. Der Bundespräsident nannte hier neben der Wasserkraft den Straßen- und Bahnbau sowie die Errichtung von Spitälern. Zugleich betonte Fischer, dass für gute Wirtschaftsbeziehungen "auch Rechtsstaatlichkeit notwendig" sei. Zudem habe er gegenüber seinem Amtskollegen betont, dass Österreich auch Fragen der Menschenrechte Aufmerksamkeit schenke. Europa als Ganzes müsse dem zentralasiatischen Raum große Bedeutung beimessen, sagte Fischer.

Auch Rachmon, der das angekündigte Pressegespräch nach dem Treffen mit Fischer ohne die zwei im Voraus akkordierten Journalistenfragen beendete, sieht den Staatsbesuch als "logische Fortsetzung" der bisherigen diplomatischen Kontakte zwischen Österreich und Tadschikistan, die vor knapp 21 Jahren begannen. Auch Rachmon sprach von einer "Notwendigkeit", den bilateralen Handel zu steigern.

Bilaterales Wirtschaftsforum
Fischer reist in Begleitung einer Wirtschaftsdelegation. Am Mittwochnachmittag eröffnen die beiden Staatsoberhäupter ein bilaterales Wirtschaftsforum, auf dem Unternehmensvertreter Kontakte knüpfen können. Im Rahmen des Besuches wurden u.a. ein Abkommen zur Verhinderung von doppelter Besteuerung von Unternehmen auf Standard der Organisation für Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gebracht sowie ein Kooperationsvertrag zwischen der tadschikischen und der österreichischen Wirtschaftskammer unterzeichnet. Im Bereich Wasserkraft, in dem auch österreichische Firmen einiges Know-how anzubieten haben, sucht das an Flüssen reiche Hochgebirgs-Land Tadschikistan internationale Geldgeber für die Modernisierung von Kraftwerken und die Realisierung neuer Projekte, um so maßgeblicher Stromexporteur in der Region zu werden.