Wien. Im Frühling wächst und gedeiht, wofür im Herbst der Samen gesät wurde. Im Prater blühen wegen des kalten Wetters die Bäume zwar noch immer nicht. Dafür schießen zwischen Messegelände und Grünem Prater die Universitätsgebäude in die Höhe.

Während die Wirtschaftsuniversität (WU) bereits ab dem kommenden Sommer übersiedelt und die Gebäude mit studentischem Leben füllen wird, ist am Dienstag auf dem Grundstück am nordwestlichen Ende des WU-Campus der Samen für eine weitere Uni gesetzt und der Spatenstich vollzogen worden. Das Grundstück, das von der Stadt Wien lange frei gehalten wurde - ursprünglich sollte ein Hotel gebaut werden (die "Wiener Zeitung hat berichtet) -, wird nun von der Sigmund Freud Privatuniversität (SFU) bebaut. Der Standort liegt unmittelbar neben der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) beziehungsweise der Messe Wien und ist erreichbar über die U2-Station "Prater-Messe".

Das Uni-Gebäude (links) mit dem Studentenheim (rechts). - © Sigmund Freud PrivatUniversität Wien
Das Uni-Gebäude (links) mit dem Studentenheim (rechts). - © Sigmund Freud PrivatUniversität Wien

Neben einem sechsstöckigen Uni-Gebäude soll es auch ein Studentenheim der Akademikerhilfe und ein weiteres Gebäude für andere universitäre Nutzung geben. Finanziert wird der Neubau aus eigenen Mitteln durch einen Kredit bei der Hypo Vorarlberg, sagt Rektor Alfred Pritz. Förderungen von Bund oder Land gibt es nicht. Die Eröffnung des von der Schweizer Architektengruppe Holzer Kobler geplanten Projekts mit einer Nettogrundfläche von 5800 Quadratmetern ist für den 1. März 2015 anvisiert, wie Pritz sagte. Das neue Unigebäude wird sämtliche Fakultäten und Institute der SFU sowie die psychotherapeutisch-psychologische Ambulanz beherbergen.

Neubauprojekt "Triiiple" am derzeitigen SFU-Standort

Die 2005 akkreditierte SFU bietet Lehrgänge in Psychotherapiewissenschaft, Psychologie, Lebens- und Sozialwissenschaften an. Sie hat derzeit rund 1200 Studenten und ist am Areal des ehemaligen Hauptzollamtsgebäudes in der Landstraßer Schnirchgasse untergebracht. Das Gebäude, das ein aus Dresden kommender Student an DDR-Architektur erinnert, wird niemandem abgehen: "Es ist nicht schön, aber funktional", so der Student beim Spatenstich.

Tatsächlich ist dem Gebäude auch keine Nachnutzung bestimmt: Für das Areal des ehemaligen Hauptzollamts mit dem Gebäude der Sigmund Freud Privatuniversität gibt es schon Pläne. Es wird abgerissen und durch einen Gebäudekomplex - das sogenannte "Triiiple" - ersetzt. Unter anderem sollen drei bis zu 100 Meter hohe Bauten mit einer Nutzfläche von rund 70.000 Quadratmetern errichtet werden. In den Hochhäusern sollen Büros und bis zu 1000 Wohnungen Platz finden. Wenn alles plangemäß verläuft, sollen Ende 2014 die Arbeiten beginnen und die ersten Bewohner und Büronutzer Ende 2015 beziehungsweise Anfang 2016 einziehen.