Wien. (zaw) Einst war sie die mächtigste Frau Österreichs, Bundesparteiobfrau der zur zweitstärksten Kraft im Lande gewordenen FPÖ, Vizekanzlerin in der schwarz-blauen Koalition. Doch mit diesem Kapitel hat Susanne Riess-Passer abgeschlossen. Einst hatte sie Jörg Haider mit den Worten "Susanne, geh’ du voran" an die Spitze der Partei gestellt, doch mit dem Knittelfelder Putsch des rechten Parteiflügels im September 2002 endete bald darauf auch die politische Karriere der gebürtigen Oberösterreicherin.

Es sollte nicht ihr Schaden sein: 2004 wurde Riess (seit ihrer Scheidung vor zwei Jahren entfällt das Passer) Generaldirektorin von Wüstenrot Österreich - kein schlechter Job für die promovierte Juristin, deren berufliche Erfahrung bis dahin sich auf jahrelange Parteimitarbeit (Pressereferentin, Landtagsabgeordnete in Tirol, Bundesrätin, Nationalratsabgeordnete) beschränkte.

An eine Rückkehr in die Politik verschwendet Riess keine Gedanken. Diesbezügliche Fragen blockt sie als "eine Beleidigung meiner Intelligenz" ab. Sie habe in den vergangenen zehn Jahren nichts anderes getan als ihren Job bei Wüstenrot und werde auch in den nächsten zehn Jahren nichts anderes tun - "und auch dann werde ich nicht in die Politik zurückkehren", so die 52-Jährige. Bei der ÖVP sei sie nur als Expertin aufgetreten.