Tirols SPÖ-Vorsitzender Gerhard Reheis will Landeshauptmann werden. Dass es für Platz eins bei den Landtagswahlen am 28. April nicht reichen wird, gibt er aber selbst zu. Bei der letzten Wahl landete die Tiroler SPÖ mit 15,5 Prozent nur auf Platz drei. Der ÖVP, damals bei 40,5 Prozent, werden allerdings Verluste vorhergesagt. Die SPÖ wird laut Umfragen wieder um die 15 Prozent landen und darf sich bei elf antretenden Listen wie die Grünen und die neue bürgerliche Liste Vorwärts Tirol Hoffnungen auf Platz zwei machen.

"Wiener Zeitung": Sie sagen, Sie wollen Landeshauptmann werden. Landeshauptmann Günther Platter sagt, die SPÖ befinde sich unter Ihnen auf dem Weg in die Opposition. Wer wird Recht behalten?

Gerhard Reheis: Die Wähler werden Recht behalten. Wir als SPÖ Tirol garantieren Stabilität in diesem Land. Die ÖVP ¨C wenn man sie mit einem ehemals starken Baum vergleicht ¨C verliert zunehmend die Blätter. Die Blätter, die man an Personen festmachen kann, beginnen neue Bäumchen zu pflanzen. Die Tiroler sollen wissen, dass auch Gerhard Reheis ein Kandidat für den Landeshauptmann ist.

Würden Sie sich auch als Zweiter zum Landeshauptmann wählen lassen?

Im Wesentlichen geht es darum, mit welchen Konstellationen sich unser Programm umsetzen lässt.

Daraus schließe ich, dass Sie sich auch als Zweiter wählen lassen würden, wenn sich das mit anderen Parteien als dem Ersten am besten umsetzen lässt.

Ich schließe gar nichts aus. Das Wichtigste ist, das Programm der Sozialdemokratie umzusetzen.

Und als Dritter?

Nein.

Was sind die Punkte, die Sie umsetzen wollen?

Klar ist das Thema Agrargemeinschaften, wo wir auf jeden Fall umsetzen wollen, dass das ehemalige Gemeindegut wieder den Gemeinden übertragen wird. Das wird auf jeden Fall eine Bedingung sein.

Gibt es noch andere Bedingungen?

Es kann nicht sein, dass nur eine bestimmte Klientel bedient wird. Alle, die in dem Land leben, sollen wissen, was mit öffentlichen Mitteln passiert. Transparenz, Offenheit, Fenster öffnen. Nach dem 28. April sollte man einen politischen Frühling in diesem Land spüren. Mir ist es ein ganz besonders großes Anliegen, Tirol zur Bildungshochburg zu machen, wo es auch in den Bezirken entsprechende Angebote geben soll.