Salzburg/Wien. (kats/apa) "Waren das jetzt echte SPÖler oder bezahlte Statisten?" So lautete nur einer der süffisanten Kommentare auf Twitter über die langen Gesichter der roten Salzburger Wahlkämpfer. Kurz nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses war denn auch klar, dass sich ihr Einsatz nicht gelohnt hat. Um Schlag 17 Uhr kam die erste Reaktion aus der Parteizentrale in der Wiener Löwelstraße - und auch die fiel wie erwartet aus: Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos sprach von einer "schmerzlichen Situation" für seine Partei. "Die deutlichen Verluste der Salzburger Sozialdemokraten sind ganz eindeutig auf den Finanzskandal in Salzburg zurückzuführen", sagte er aber auch und sprach von einem "absoluten Sonderfall aufgrund der Spekulationsaffäre".

Burgstaller tritt zurück


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Das vorläufige Endergebnis der Landtagswahlen in Salzburg
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Auch Kanzler Werner Faymann meinte, bei der Nationalratswahl im Herbst gehe es um ganz andere Themen "und das verwechseln die Leute nicht". Klubchef Josef Cap sagte, angesichts der Dominanz des Finanzskandals sei es schwierig gewesen, mit den traditionellen SPÖ-Themen durchzukommen. Die Frage nach einem Rücktritt der Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller müsse diese selbst beantworten. Burgstaller blieb vorerst noch im Hintergrund und schickte Gesundheitslandesrat Walter Steidl vor: Er sprach von einem "riesen Vertrauensverlust der Bevölkerung versursacht durch den Finanzkrimi". Sollte die SPÖ zu Koalitionsverhandlungen eingeladen werden, will Steidl seiner Partei "empfehlen, mitzumachen". Und dann, eine Stunde nach der Veröffentlichung der ersten Hochrechnungen, trat Burgstaller selbst vor die Kameras. Sie werde sich - wie angekündigt - aus der Politik zurückziehen, sagte Burgstaller. Und: "Die Menschen haben das Vertrauen in die SPÖ verloren."

Burgstallers Widersacher und wohl Salzburgs nächster Landeshauptmann Wilfried Haslauer zeigte sich angesichts des Wahlsiegs der ÖVP trotz der Stimmenverluste "nachdenklich erfreut". Er sieht das Wahlergebnis als Auftrag der Wähler zur Regierungsbildung - bereits am Montag will er einen Zeitplan für Koalitionsverhandlungen aufstellen. Als potenziellen Koalitionspartner wollte Haslauer keine Partei ausschließen. Ziel sei es, "noch im Mai eine tragfähige Regierung für Salzburg zu finden". Ähnlich wie sein Kollege Cap betonte auch ÖVP-Klubchef Karlheinz Kopf die regionalen Besonderheiten der Salzburger Landtagswahl. "Der Erfolg gehört Haslauer und der Salzburger Volkspartei und erst in zweiter Linie der Bundespartei." Nichtsdestotrotz zeigte sich ÖVP-Obmann Michael Spindelegger erfreut über die Rückeroberung des Landeshauptmannsessels: "Nummer eins ist Nummer eins", betonte er und sah einen klaren "Regierungsbildungsauftrag für Haslauer" .