Salzburg/Wien. (kats) Der Salzburger Finanzskandal hat den Wahlkampf dominiert und den Wahlausgang herbeigeführt. Und erwartungsgemäß kreisen auch die Motive der Wähler vom Sonntag um dieses Thema. So hat sich laut der Wahltagsbefragung durch das Meinungsforschungsinstitut Sora für den ORF für 63 Prozent von mehr als 1200 Wahlberechtigen das Land Salzburg seit dem Jahr 2009 in eine negative Richtung entwickelt. 22 Prozent der Befragten gaben an, dass sich nichts verändert hat - und nur 9 Prozent sahen die Entwicklung des Landes positiv. Passend dazu wählten die Personen, die eine gute Entwicklung oder eine Stagnation sahen, eher SPÖ, während die, die eine schlechte Entwicklung wahrnahmen, die ÖVP favorisierten.

So verwundern die Umfrageergebnisse in Sachen Verantwortung für den Skandal auch nicht: 57 Prozent sahen die Schuld bei der SPÖ, 42 Prozent bei der ÖVP und 26 Prozent bei "allen Parteien im Landtag" (es waren Mehrfachantworten möglich). Diese Einschätzung entschied laut Sora auch über das Wahlverhalten: Wer die Verantwortung bei der SPÖ sah, wählte überdurchschnittlich oft ÖVP, wer die Verantwortung bei der ÖVP sah, wählte eher die Grünen und wer die Verantwortung bei allen Parteien sah, bevorzugt die SPÖ.

An der Person dürften die Wähler dies aber weniger festgemacht haben. So lagen bei einer fiktiven Direktwahl des Landeshauptmanns die Spitzenkandidaten von SPÖ und ÖVP, Gabi Burgstaller und Wilfried Haslauer, mit je 27 Prozent gleichauf. Weit abgeschlagen und unter dem Ergebnis ihrer Parteien landeten die Grüne Astrid Rössler (12 Prozent) und FPÖ-Kandidat Karl Schnell (11 Prozent).

Die SPÖ verlor viele Stimmen an die Nicht-Wähler, die weiblichen Sympathisanten dürften die Sozialdemokraten aber vor einem weiteren Absturz bewahrt haben. Denn bei den Frauen erzielte die SPÖ 31 Prozent der Stimmen, bei den Männern waren es nur 16 Prozent. Die ÖVP war indes bei beiden Geschlechtern gleich stark vertreten. Allerdings wählten 30- bis 59-Jährige häufiger die Volkspartei als unter-30-Jährige, während sich bei den Sozialdemokraten in diesen Gruppen keine Unterschiede zeigten. Wichtige Wahlmotive für die SPÖ waren - in absteigender Reihenfolge - die Hoffnung, dass die Partei wieder in die Landesregierung einziehen soll, dass Burgstaller Landeshauptfrau bleiben soll und dass die Sozialdemokraten die Interessen ihrer Sympathisanten vertreten. Bei der ÖVP zeigte sich ein ähnliches Bild, interessanterweise findet sich der Wunsch, dass Haslauer Landeshauptmann werden soll, dort aber erst an dritter Stelle der Wahlmotive.