Protest als Motiv bei Blau und Grün

Die Grünen konnten vor allem bei Frauen unter 45 Jahren Zuwächse erzielen, wichtigste wahlentscheidende Themen waren bei Grün-Wählern Umwelt und Bildung. Wahlmotive waren weiters der Wunsch, dass die Grünen in der Landesregierung vertreten sein sollen und die Kontrolle von Missständen. Dass Spitzenkandidatin Rössler Landeshauptfrau werden soll, fanden nur 34 Prozent der Grün-Wähler. Arbeitsplätze und der Finanzskandal waren die Themen, die für die FPÖ-Wähler wichtig waren. Der Einzug in die Landesregierung und die Kontrolle von Missständen waren weitere Wahlmotive, immerhin 42 Prozent der Blau-Wähler wollten Karl Schnell als Landeshauptmann sehen. Die Freiheitlichen wurden in erster Linie von Männern unter 45 Jahren unterstützt.

Eine andere Umfrage für den Privatsender ATV unter 1000 Wahlberechtigten ergab, dass das wichtigste Wahlmotiv für SPÖ, ÖVP und FPÖ die Stammwählerschaft beziehungsweise die Vertretung von Interessen war, während die Grünen für ihre Themen und Inhalte gewählt wurden. Am zweit- und drittwichtigsten für das gute grüne Ergebnis waren demnach die positiv wahrgenommene Arbeit im U-Ausschuss und der Protest. Auch zehn Prozent der FPÖ-Wähler gaben den Blauen aus Protest ihre Stimme, darüber rangierten noch Themen und Inhalte.

SPÖ als geringstes Übel

Lohnend ist auch der Vergleich zwischen den Großparteien: 17 Prozent der Rot-Wähler wählten die SPÖ wegen der Person Gabi Burgstaller, 15 Prozent waren der Meinung, mit den Sozialdemokraten für das geringste Übel zu votieren. Indes stimmten 13 Prozent der ÖVP-Wähler für die Schwarzen als Wirtschaftspartei, 8 Prozent nahmen den Finanzskandal zum Anlass dafür, ihre Stimme der Volkspartei zu geben. Anders als Sora hat Peter Hajek für ATV auch die Wahlmotive für Team Stronach abgefragt: 31 Prozent wählten die neue Partei, weil dort Wirtschaftsverständnis angenommen wird, 25 Prozent wollten Veränderung und weitere 25 Prozent gaben Stronach ihre Proteststimme. Der Protest war es auch, der 33 Prozent der Nicht-Wähler zum Daheimbleiben anspornte, 20 Prozent von ihnen hatten keine Zeit und 18 Prozent sind mit allen Parteien unzufrieden.

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