Ergebnisse an den großen Universitäten.
Ergebnisse an den großen Universitäten.

Die Auszählung der Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) dauerte lange, und um halb zwei in der Früh war sie noch immer nicht abgeschlossen. Wichtigste Ergebnisse: Die AG bleibt mandatsstärkste Gruppe, und der SPÖ-nahe VSStÖ errang an der Universität Wien trotz leichter Verluste die Mehrheit. Der Koalitionspartner GRAS musste ein Minus von fast 9 Prozentpunkten hinnehmen. Auch die oppositionelle AG verlor, und zwar 4,5 Prozentpunkte. Zugewinne konnten die Jungen Liberalen und der KSV-Lili verzeichnen.

Skurrile Randerscheinung: Ausgerechnet die Technische Uni Graz hatte "technische Probleme" und beschloss, erst im Laufe des Dienstags weiterzuzählen...


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Die linke Koalition aus GRAS, VSStÖ und KSV-Lili hat damit insgesamt weiterhin eine Mehrheit in der Universitätsvertretung der Uni Wien.

In der Bundesvertretung (BV) wird die VP-nahe AktionsGemeinschaft (AG) wohl die stärkste Fraktion werden. Nach 17 von 21 ausgezählten Universitäten liegt die AG bei 18 Mandaten in der Bundesvertretung, VSStÖ und GRAS bei je zehn, die FLÖ bei acht und die Jungen Liberalen (JuLis) bei zwei Sitzen.

Damit behält die bisherige ÖH-Exekutive aus Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS), Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ), Fachschaftslisten (FLÖ) und Fraktion Engagierter Studierender (FEST) die Mehrheit.

Die ursprünglich von den Fachhochschulen stammende (FEST errang an der Uni Wien aus dem Stand über 6 Prozent der Stimmen.

Wenig Neues gibt es von der Uni Graz zu melden. Leichten Verlusten der FLÖ stehen leichte Gewinne von VSStÖ und KSV entgegen. Bei den Mandaten für die Bundesvertretung bleibt alles gleich: FLÖ und GRAS je 2, VSStÖ und AG je 1.

Die zwei BV-Mandate der Universität Klagenfurt gehen abermals an die Plattform Unabhängiger Studierender (PLUS). GRAS, VSStö und Brut konnten zulegen, AG, PLUS und RFS verloren Anteile.

Eine Überraschung der ÖH-Wahlen gab es an der Medizin-Uni Wien. Dort errangen die Fachschaftslisten (FLÖ) beim ersten Antreten die  Mehrheit. Der Ableger der VP-nahen AktionsGemeinschaft (AG), die Medizinerunion (ÖMU) verlor mehr als die Hälfte der Stimmen und landete abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Auch der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) musste deutliche Einbußen hinnehmen.

Für die Bundesvertretung bedeutet das, dass von der Medizin-Uni Wien je ein FLÖ- und ein AG-Mandat entsendet werden, 2011 brachte der AG noch zwei Mandate. In der Universitätsvertretung holte sich die FLÖ sogar die absolute Mehrheit.

Auch auf der Wirtschaftsuni Wien musste die AG ein BV-Mandat abgeben, da diesmal dort nur fünf Vertreter (2011: 6) gewählt wurden. Je ein Sitz ging an VSStÖ und JuLis. Die GRAS stürzte bei den Wirtschaftsstudenten von von 10,6 % auf 5,3 % ab.

Die Technische Universität Wien blieb klar in der Hand der Fachschaftsliste, die ihre 4  BV-Mandate behielt. Die diesmal zusätzlich vergebenen Sitze eroberten die TU*basis und dei AG. Auch hier verzeichnete die GRAS ein Minus von mehr als fünf Prozentpunkten.

An der Universität für Bodenkultur in Wien büsste die Fachschaftsliste zwar mehr als neun Prozentpunkte ein, errang aber dennoch ungefährdet den einzigen BV-Sitz.

In Linz hatte man Probleme beim Zählen. Als man um halb zwei endlich Zahlen veröffentlichte, waren sie wenig spektakulär. Die AG hat weiterhin zwei BV-Sitze, und der VSStÖ hat ein Mandat. Der zusätzliche Sitz ging an die reine Männerliste No Ma’am.

An der Uni Innsbruck hielt die AG hingegen die absolute Stimmenmehrheit und holte vier der sechs vergebenen Mandate in der Bundesvertretung (BV). Damit legte sie im Vergleich zu 2011 ein BV-Mandat zu, Grüne und Alternative Studenten (GRAS) sowie Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) hielten ihr BV-Mandat. Heuer wurden in Innsbruck sechs statt wie 2011 fünf BV-Mandate vergeben.

An der Musik-Uni Wien errang eine unabhängige Liste das einzige BV-Mandat, desgleichen an der Universität für Angewandte Kunst in Wien, am Mozarteum Salzburg sowie an der Kunstuni Linz.

An der Musikuni Graz ging das BV-Mandat an die lokale Gruppe Delphin und Drache, an der Bildenden in Wien war die Liste mit dem hübschen Namen "D3zentr4le Ponys für alle" mit dem fast nordkoreanisch anmutenden Ergebnis von 94.05 Prozent erfolgreich. Immerhin trat zum Unterschied von 2011 eine zweite Gruppierung an: die JuLis erhielten die restlichen 5,95 Prozent.

Ein Mandatsplus gegenüber der letzten Wahl zur Österreichischen HochschülerInennschaft (ÖH) konnten die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) an der Uni Salzburg feiern. Sie halten nun zwei Mandate für die Bundesvertretung (BV/2011: eins), die VP-nahe AktionsGemeinschaft (AG) und der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) hielten ihr Mandat. An der Uni Salzburg wurden diesmal vier BV-Mandate vergeben, 2011 waren es drei.

Die erwarteten AG-Mehrheiten gab es an der Montanuni Leoben und der Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmed) geholt. An beiden Unis sicherte sich ÖVP-nahe Gruppierung das einzige vergebene Bundesvertretungs-Mandat.

An der Medizin-Uni Innsbruck gewann die AG-Liste Mediziner Union wie 2011 das einzige BV-Mandat. Konträr dazu sind die Ergebnisse der Medizinischen Universität Graz. Dort legte der Sieger von 2011, die Gruppe Herzlinks (VSStÖ), nocheinmal 15,5 Prozentpunkte zu und eroberte das BV-Mandat mit fast vier Fünftel der Stimmen.

An der Uni Wien ist die Wahlbeteiligung von 24,45 % auf 22,91 % gefallen. Österreichweit dürfte sie ebenfalls gesunken sein.