Gernot Rumpold - ob über ihn Parteienfinanzierung der FPÖ
Gernot Rumpold - ob über ihn Parteienfinanzierung der FPÖ

Wien. (zaw) Für Freitag hatte Richter Michael Tolstiuk das Urteil geplant. Daraus wird definitiv nichts. Ganz im Gegenteil: Das Verfahren um mutmaßliche illegale Parteienfinanzierung der FPÖ durch die Telekom, in dem neben Gernot Rumpold (über dessen Werbeagentur das Geld geflossen sein soll), Ex-FPÖ-Bundesgeschäftsführer Arno Eccher und Ex-Finanzreferent Detlev Neudeck sowie Ex-Telekom-Vorstand Rudolf Fischer und ein ehemaliger Telekom-Prokurist angeklagt sind, wird sich wohl bis in den Hochsommer hineinziehen.

Grund für die Verzögerung ist ein neuer Gutachter. Georg Jeitler soll für das Gericht jene - aus Sicht der Staatsanwaltschaft wertlosen - Marketingkonzepte beurteilen, für die die Telekom Rumpold im Jahr 2004 rund 600.000 Euro bezahlt hat. Allerdings ist der Experte für Werbung und Marketing am Donnerstag und Freitag im Ausland. Die dann geplante Befragung von Telekom-Marketing-Mitarbeitern muss daher verschoben werden.

Eine Verzögerung von zumindest sechs Wochen hätte auch die Befragung von Rumpolds Ex-Frau Erika Daniel bedeutet. Sie war für Montag geladen, musste aber aus gesundheitlichen Gründen absagen. Nun wird auf ihre Befragung gänzlich verzichtet. Rumpolds Anwalt Markus Singer und Staatsanwalt Herbert Harammer werden sich mit dem Einvernahmeprotokoll aus dem Ermittlungsverfahren zufriedengeben.

Statt Daniel wurden am Montag drei ehemalige Mitarbeiter Rumpolds und Ex-Telekom-Chef Heinz Sundt befragt. Letzterer erklärte, er könne sich an Rumpold-Konzepte nicht erinnern, weil das in den Aufgabenbereich Fischers fiel. Parteienfinanzierung hätte er strikt abgelehnt. "Sie können als Telekom nicht ohne politische Kontakte auskommen, aber ich war Verfechter der Äquidistanz zu allen Parteien", erklärte Sundt.

Bei den Konzepten - es ging um Werbung bei Fahrradständern und einen mobilen Verkaufsstand - handelte es sich laut einer früheren Assistentin Rumpolds lediglich um "Präkonzepte", die im Gegensatz zu echten Konzepten noch nicht vollständig ausgearbeitet waren. Diese wurden in Rechnung gestellt, obwohl die Kampagne letztlich doch nicht umgesetzt wurde. Laut Sundt wäre in der sozialdemokratisch dominierten Telekom ein Auftrag an den FPÖ-Werber Rumpold nicht gut angekommen.

Einen Zusammenhang zwischen dem Telekom-Auftrag und dem Schuldenerlass Rumpolds gegenüber der FPÖ, wie von der Staatsanwaltschaft vermutet, habe sie im Unternehmen nicht mitbekommen, so die Sekretärin. Dafür echauffierte sie sich über die Ermittlungen des Bundesamts für Korruptionsbekämpfung. Ihre Aussagen seien völlig falsch wiedergegeben worden, weshalb sie in den Medien plötzlich als "die" Belastungszeugin dargestellt worden sei - "das macht mich fertig".

Dass Rumpold sie auf Unterlassung geklagt habe, dafür habe sie angesichts der falsch wiedergegebenen Aussagen Verständnis.

So wurde sie etwa damit zitiert, dass Peter Hochegger "bei Rumpold ein- und ausgegangen" sei - tatsächlich habe sie Arno Eccher gemeint. Auch habe sie niemals gesehen habe, dass Rumpold jemandem Geldkuverts gegeben hat, wie behauptet wurde. Letztlich haben sich Rumpold und seine ehemalige Mitarbeiterin übrigens verglichen.