So soll zum Beispiel ein Berufskraftfahrer oder Mechaniker, der unbedingt zum Bundesheer möchte, aber bestimmte Leistungskriterien nicht erfüllt, künftig trotzdem einberufen werden, um eben als Fahrer oder Mechaniker eingesetzt zu werden. Auf der anderen Seite sollen zum Beispiel vorübergehend Untaugliche, die mehrmals zur Stellung bestellt werden, obwohl sie wahrscheinlich nie tauglich sein werden, gleich für untauglich erklärt werden.

  Wie viele Soldaten künftig für die einzelnen Ausbildungsmodule eingeteilt werden, konnte man vorerst nicht im Detail sagen. Das orientiere sich am Organisationsplan. Den größten Anteil an Soldaten wird laut Ministerium aber das Modul "Schutz und Hilfe", das Inlandsaufgaben wie Schutz kritischer Infrastruktur, Grenzüberwachung und Katastrophenhilfe beinhaltet, haben. Die wenigsten Soldaten werden für das Modul "Cyber-Sicherheit" gebraucht, für die Module "Militärisches Berufspraktikum" und "Militärische Spezialisierung" werden in etwa gleich viele Soldaten benötigt. Die Umsetzung dieser neuen Ausbildung bezeichnete Commenda "als relativ einfach". Für den Fall, dass ein Rekrut nicht dort eingeteilt wird, wo er möchte, gibt es laut dem Generalstabschef folgende Möglichkeiten: Er kann später zum gewünschten Ausbildungsplatz kommen, er kann an einem weit entfernten Standort die Ausbildung machen oder er wird für etwas anderes eingeteilt.

Miliz soll gestärkt werden  
Der Wehrdienst werde künftig nicht zu einem Wunschkonzert werden, betonte Minister Klug. Er soll aber durch eine Straffung und Verbesserung der Organisation sowie durch die Konzentration auf die militärische Ausbildung attraktiver werden. Klug und Innenministerin Mikl-Leitner zeigten sich mit der Reform sehr zufrieden. Das umfassende Papier zeige, "dass die große Koalition die Kraft hat, Neues in die Wege zu leiten", so Klug. "Es ist vollbracht. Heute ist ein wunderbarer Tag für die Sicherheit", sagte Mikl-Leitner.

  Die Innenministerin wies besonders auf die geplante Stärkung der Miliz durch Übungen, die Einrichtung von Informationsbüros in den Bundesländern und eine Informationsoffensive unter den Rekruten hin. Wichtig sei ihr auch, dass die Wehrpflicht durch die "Vermittlung von Werten" und "das Stärken des Österreich-Bewusstseins" die Integration fördere.