Wien. Der 21-jährige Florian Kraushofer von den parteiunabhängigen Fachschaftslisten (FLÖ) ist am Freitag zum neuen Chef der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH), dem landesweiten Studentenparlament, gewählt worden. Kraushofer erhielt bei der konstituierenden Sitzung der ÖH-Bundesvertretung 57 von 78 Stimmen und führt eine Koalition aus FLÖ, Fraktion Engagierter Studierender (FEST), Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) und Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) an. Er studiert im Masterstudium Technische Physik an der Technischen Universität (TU) Wien.

In der 100-köpfigen Bundesvertretung verfügen die FLÖ über 17 Mandate, die FEST über 14, VSStÖ und GRAS über je zwölf Mandate. 24 Sitze entfallen auf die VP-nahe AktionsGemeinschaft (AG), drei auf die Jungen Liberalen (JuLis), je eines auf die beiden Kommunistischen StudentInnenverbände (KSV, KSV-LiLi), die Uni-Piraten und den Ring Freiheitlicher Studenten (RFS). 14 Sitze halten unabhängige Mandatare.

Von der Physik zur Politik
Begonnen hat alles mit den unibrennt-Studentenprotesten und den monatelangen Hörsaalbesetzungen an der Uni Wien und der Technischen Uni (TU) Wien 2009: Seit damals engagiert sich der aus einer "extrem unpolitischen" Familie stammende Wiener Florian Kraushofer in der Studentenpolitik. Nur vier Jahre später ist der 21-jährige Student der Technischen Physik für die parteiunabhängigen Fachschaftslisten (FLÖ) an der Spitze der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) gelandet: Am Freitag wurde er von der Bundesvertretung, dem österreichweiten Studentenparlament, mit 57 von 78 Stimmen zum Vorsitzenden gewählt.

In seiner Amtszeit will Kraushofer (geboren am 17. August 1991) dafür eintreten, dass der offene Hochschulzugang in Österreich nicht weiter als unfinanzierbare Utopie dargestellt wird. Er sehe es als neues Gesicht der ÖH weiter als seine Aufgabe, gegen Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen anzukämpfen. "Es ist einfach falsch, dass die Hochschulen bei einem offenen Hochschulzugang überrannt würden", weist Kraushofer entsprechende politische Argumente zurück. Gleichzeitig müsse die ÖH auch konstruktiv tatsächliche Verbesserungen umsetzen. Das sei in den vergangenen Jahren bereits gelungen, man müsse das aber noch besser in der Öffentlichkeit kommunizieren, erklärt Kraushofer dem "Imageproblem" der ÖH den Kampf.