"Wiener Zeitung":Die Neos wollen aktuelle Pensionen kürzen - zu Gunsten der Jungen. Kann es sich eine Partei leisten, auf zwei Millionen Wähler im Pensionsalter zu verzichten?

Matthias Strolz: Wir stellen die Frage anders: Können wir es uns leisten, weiterhin so eine ignorante Politik gegenüber der nächsten Generation zu machen? Wir werden offen belogen und die Jungen werden geplündert von den Khols und Blechas. Die Kinder müssen die Party bezahlen, die die Eltern gefeiert haben.

Wer ist wir?

Die Generation unter 50. Ganz stark trifft es unter 35-Jährige.

Wie kommen Junge aus der Generationenfalle?

Durch eine Umstellung des Pensionssystems auf flexible Pensionen wie in Schweden. Da entscheiden die Menschen, wann sie gehen, mit Zu- und Abschlägen. Wenn Österreich diese Systemumstellung nicht rasch schafft, dann fordern wir zumindest minus 15 Prozent bei Pensionen über 5000 Euro und keine weitere Inflationsanpassung von Pensionen über 2500 Euro. Diese zwei Maßnahmen brächten rund eine Milliarde pro Jahr.

Das geht rechtlich nicht. Denn Pensionen über der Höchstpension von 3000 Euro gehen meist auf privatrechtlich abgesicherte Zusatzleistungen zurück - auch bei teilstaatlichen Betrieben.

Es geht in nicht um ASVG-Pensionen, sondern um Ruhegenüsse im öffentlichen Bereich, also vor allem um Beamte und Politiker. Die Nationalbank ist ein besonderer Privilegienstadl. Es gibt rund 100.000 Pensionen jenseits von 33.000 Euro pro Jahr. Innerhalb dieser Gruppe gibt es viele, die auch klar über 5000 Euro sind. Wir recherchieren schon länger, aber die öffentlichen Stellen verweigern bisher exakte Zahlen.

Soll das Frauenpensionsalter sofort auf 65 Jahre steigen?

Ja, natürlich, ab 2014 mit einer Übergangsfrist bis 2025.

Was bringt das, wenn Frauen dann statt in Pension arbeitslos sind?

Es gibt Probleme mit der Beschäftigung Älterer. Wir müssen hier von anderen Ländern lernen.

Die liberale Partei Neos trommelt gar nicht die private Pension?

Oja, ein wichtiger Beitrag. Die Renditen haben in der Krise natürlich extrem gelitten. Aber während es dort mitunter null Rendite geben kann, drohen bei staatlicher Pension für Junge Einschnitte von 50 Prozent und mehr.