Wien. (zaw) Grünen-Chefin Eva Glawischnig hat am Donnerstag ihre Vorstellungen zu einem Österreich-Ticket, über das die "Wiener Zeitung" exklusiv berichtet hat, weiter konkretisiert. Wie berichtet, fordern die Grünen eine österreichweit gültige Jahreskarte für alle Öffis um 1095 Euro. Weil schon in Wien bei Jahreskarten die Kostensenkung auf 365 Euro zu einem deutlichen Plus der Verkaufszahlen geführt hat, glaubt Glawischnig, dass sich das auch bundesweit rechnen wird.

Ganz überzeugt von der Kostenneutralität scheint die grüne Spitzenkandidatin aber nicht zu sein. Sicherheitshalber soll der Bund eine Reserve von 300 bis 500 Millionen Euro einrechnen, sagt Glawischnig, finanziert aus einer flächendeckenden Lkw-Maut. Um den öffentlichen Verkehr auch außerhalb der Ballungsräume attraktiv zu machen, fordert die Grünen-Chefin, dass bis 2018 eine Milliarde Euro in den Öffi-Ausbau investiert werden soll.

Verwirrung um SPÖ-Modell für Öffi-Tickets


Mit wem dieses Modell besser umgesetzt werden kann? Sowohl SPÖ als auch ÖVP müssten wohl mühsam überzeugt werden, so Glawischnig. Die ÖVP habe ein Österreich-Ticket schon lange versprochen, aber nie umgesetzt. Die SPÖ wiederum leite seit sieben Jahren das Verkehrsressort und habe in dieser Zeit vor allem die Autobahnen ausgebaut.

Dabei hat auch die SPÖ ein Modell für attraktive Öffi-Tickets in petto - was allerdings für reichlich Verwirrung sorgte. Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos hatte am Mittwoch ein österreichweites Jugendticket für alle bis 24 um 60 Euro angekündigt. Am Donnerstag musste jedoch Parteichef Werner Faymann zu einer Klarstellung ausrücken: Demnach soll das bereits in der Ost-Region eingesetzte Jugendticket für Lehrlinge und Schüler (mit Kosten von 60 Euro pro Jahr) einerseits auf Studenten (bis 24) ausgedehnt und andererseits auch in den anderen Verkehrsverbänden zum Einsatz kommen. Das gilt freilich nur für die jeweilige Verkehrsregion und ist zudem mit der ÖVP für die Zeit ab September längst akkordiert.