Wien. Die Aufarbeitung der Affären in und um die Telekom Austria klingt ein wenig nach den wohlbekannten Sequals made in Hollywood: Der Pate I, der Pate II, der Pate III . . . Die Telekom-Prozesse sind jedoch bittere Realität, und die Ordnungsnummern, die den aufzuarbeitenden Affären vorangestellt werden, sind der Komplexität dieser Causa geschuldet.

"Telekom I" hatte im Februar mit Schuldsprüchen gegen ehemalige Vorstände wegen Untreue geendet. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Ex-Manager Kursmanipulationen zu ihrem Vorteil begangen haben. Im Prozess "Telekom IV", in dem es um angeblich verdeckte Parteispenden von insgesamt 960.000 Euro ans BZÖ geht, ist nun am Montag ein erstes Urteil gefallen. Die Werberin Tina H., die vom Sprecher der damaligen Justizministerin Karin Gastinger, Christoph Pöchinger, für den Vorzugsstimmen-Wahlkampf der später aus der Partei ausgetretenen BZÖ-Politikerin engagiert worden war, wurde im Wiener Straflandesgericht wegen Untreue als Beteiligte zu 20 Monaten bedingt verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

FPÖ-Verfahren vor Urteil


"Telekom IV" wird die heimische Justiz noch bis September beschäftigen, da es neben Tina H. noch sechs weitere Angeklagte in dieser Causa gibt, darunter der Lobbyist Peter Hochegger, Ex-Telekom-Vorstand Rudolf Fischer und Ex-BZÖ-Politiker Klaus Wittauer. Dieser Komplex wird heute, Dienstag, weiterverhandelt.

Das Urteil gegen Werberin H. war vorgezogen worden, da diese sich weitgehend geständig gezeigt hatte. Durch Scheinrechnungen hatte sie dazu beigetragen, dass die Telekom Austria vor sieben Jahren 240.000 Euro flüssig machte, die für die Finanzierung von Gastingers Werbekampagne vorgesehen waren. "Sie haben bewusst ein falsches Anbot und eine falsche Rechnung gelegt", stellte Richter Michael Tolstiuk fest.

Im Hinblick auf die geständige Verantwortung und ihre bisherige Unbescholtenheit kam die Werberin, die erklärt hatte, auf Betreiben Pöchingers tätig geworden zu sein, mit einer Bewährungsstrafe davon. Darüber hinaus wurde sie zur Rückzahlung der 240.000 Euro verurteilt, von denen sie selbst laut ihren Angaben mit höchstens 10.000 Euro für tatsächlich erbrachte Leistungen profitiert haben will.

Der Prozess "Telekom III" wird am Freitag ein Ende finden, bei diesem geht es um die angeblich illegale, über den FPÖ-Werber Gernot Rumpold geflossene Telekom-Spende von 600.000 Euro. "Telekom II" hat noch gar nicht begonnen, in dieser Causa ist der Ex-Marketing-Chef der Telekom, Stefan Tweraser, angeklagt.