FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache sieht den heute präsentierten Integrationsbericht als "Dokument des Scheiterns". Auch für Team Stronach-Klubchef Robert Lugar belegt der Report, dass in diesem Bereich noch viel zu tun sei und Integration nicht ausreichend funktioniere. BZÖ-Obmann Josef Bucher verlangte einen "Masterplan Integration", die Grüne Integrationssprecherin Alev Korun wiederum forderte Maßnahmen zur Verbesserung der Chancengleichheit ein.

Die Industrie pickte die angeregte Bildungspflicht heraus. Diese Idee, statt auf die Dauer des Schulbesuchs auf ein Mindestmaß an erworbenen Kompetenzen abzustellen, wurde von der Industriellenvereinigung an sich begrüßt. Allerdings müsse das Bildungswesen alles dazu tun, damit junge Menschen die Bildungsziele so rasch als möglich erreichen. Begrüßt wurden seitens der IV auch die Vorschläge, den Zugang zur Rot-Weiß-Rot-Card zu erleichtern.

Diese Ansatz wird auch vom Wiener Caritas-Direktor Michael Landau unterstützt. Ferner plädierte er - wie die Experten - für eine Reform des Staatsbürgerschaftsrechts. Denn die geltende Regelung sei eine der restriktivsten in ganz Europa - mit zu hohen Einkommens-und Spracherfordernissen. Erfolgreiche Integration von Zuwanderern werde dadurch unnötig erschwert.

Korun kritisierte, dass im Bericht nur wenig beachtet werde, dass derzeit sehr strenge Gesetze es legal hier Lebenden schwer machten, Aufenthaltssicherheit zu erreichen, was aber die Voraussetzung für eine Verwurzelung und letztendlich für die Integration hier sei. Unterstützt wird von den Grünen das im Report angeregte zweite verpflichtende Kindergartenjahr.

Bucher warb in seinem OTS-Beitrag zum Integrationsbericht für den "BZÖ-Ausländer-Check" mit einer an fixe Kriterien gebundenen Zuwanderung. Dabei müsse aus den Bereichen Bedarf, Sprache, Bildung, Gesundheit, Arbeitsfähigkeit, Erwerbstätigkeitsdauer, Arbeitsplatz und Einkommen jeweils eine Mindestpunktezahl erreicht werden. Dieser Ausländer-Check müsse nach dem Prinzip des "Bonus-Malus-Systems" auch für die bereits in Österreich lebenden Ausländer gelten, bis sie österreichische Staatsbürger mit allen Rechten und Pflichten seien.

Es sei höchste Zeit, sich von den linken Integrationsträumereien zu lösen und endlich auch Forderungen an Migranten zu stellen, erklärte FP-Chef Strache. Dies gelte besonders auch für den "völlig unwirksamen Integrationsstaatssekretär", der bislang nichts geleistet habe und sich im Moderieren und Schönreden der unerfreulichen Ist-Situation gefalle. Strache will hingegen "strenge Maßnahmen": "Wer seine Kinder nicht in die Schule schickt oder Mädchen die Teilnahme am Unterricht verbietet, dem muss etwa die Kinderbeihilfe gestrichen werden."

Lugar meinte in einer Aussendung, Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) sei gefordert, seine teilweise brauchbaren Vorschläge für mehr Integrationen nicht nur ständig medial anzukündigen, sondern auch einmal umzusetzen.