Wien. (sf) Studenten und Forschende aus Entwicklungsländern außerhalb Europas werden künftig mit einem neuen Förderprogramm unterstützt: Das Wissenschaftsministerium stellt im Rahmen der Ernst-Mach-Stipendien pro Jahr 300.000 Euro für bis zu 200 Post-Doktoranden zur Verfügung.

Rund 24.000 Personen aus Entwicklungsländern studieren derzeit in Österreich, das sind mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2002. Zur Kritik, dass in Österreich ausgebildete Forscher in ihre Heimat zurückgehen, sagte Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle bei der Präsentation der Förderungen: "Das ist kein Brain Drain, diese Personen sollen ihr Wissen auch in ihrem Herkunftsland nutzen." Ein Nigerianer, der in Innsbruck studierte, sei nun Rektor an einer Universität in seinem Heimatland, führte Töchterle ein Beispiel an.

Die Stipendien, die vom Österreichischen Austauschdienst abgewickelt werden, werden für Aufenthalte von einem bis drei Monate vergeben. Monatlich erhalten die Stipendiaten 1040 Euro, plus einen Reisekostenzuschuss von bis zu 730 Euro. Eingereicht werden kann ab Oktober, die beiden Termine sind der 1. März und der 1. September 2014.

17 Partnerschaften mit Hochschulen

Auf Hochschulpartnerschaften statt Einzelstipendien setzt seit 2010 die Entwicklungszusammenarbeit - aus dem Hochschulkooperationsprogramm Appear (Austrian Partnership Programme in Higher Education and Research for Development) haben sich seither 17 Partnerschaften ergeben, sagte Außenamts-Staatssekretär Reinhold Lopatka. Ziel der Kooperationen ist, entwicklungspolitische Projekte voranzutreiben und die Forschung im Land zu unterstützen. So arbeitet die Wiener Universität für Bodenkultur mit Hochschulen in Äthiopien, Uganda/Kenia und Nicaragua zusammen, zu den Themen zählen Wasserversorgung, Siedlungsbau, Menschenrechte, Umwelt und Konfliktprävention.