Madrid. Spanische Universitäten wollen in der schweren Wirtschaftskrise "Patenschaften" für mittellose Studenten schaffen. Die Präsidentin der Hochschulrektoren, Adelaida de la Calle, kündigte eine Initiative zur Einrichtung eines Hilfsfonds an, der private Spenden bündeln soll. "Ebenso wie man eine Patenschaft für ein Kind übernimmt, kann man für einen Studenten einstehen und für ihn die Uni-Gebühren zahlen", sagte die Rektorin der Universität in Málaga der Zeitung "El País".

  Nach Informationen des Blattes droht in dem Euro-Krisenland rund 30.000 Studenten ein Verlust des Studienplatzes, weil sie die Gebühren für die Einschreibung oder Rückmeldung nicht zahlen können. Eine Erhebung des Gewerkschaftsverbandes CCOO ergab, dass den Universitäten im Rahmen von Sparmaßnahmen seit 2010 etwa 12,3 Prozent der staatlichen Zuschüsse gestrichen wurden.

  Die Rektoren mehrerer Hochschulen unterstützten die Initiative zu Schaffung von "Patenschaften". "Die Mittel sind knapp, und da sind wir gezwungen, Wege zu finden, um über die Runden zu kommen", sagte Jose Carrillo, Rektor der Madrider Universidad Complutense, der größten Hochschule des Landes.