Wien. Der stellvertretende Vorsitzende des Rats für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) und ehemalige Rektor der Technischen Uni (TU) Wien, Peter Skalicky, rät den Rektoren im Kampf um mehr Mittel bzw. gegen schlechte Betreuungsverhältnisse zu einer Art Streik. "Das Problem muss gelöst werden, oder die Rektoren müssen streiken. Sie könnten die überfüllten Studien für Neueinsteiger einfach schließen", so Skalicky im "Standard".

"Wenn tausende Leute an der TU Wien ein Studium in Architektur beginnen wollen und an der Universität für angewandte Kunst gibt es ein Meisterklassenprinzip, dann kann das nicht gut ausgehen", so Skalicky. "Das bedeutet nicht, dass diejenigen, die jetzt studieren, ihr Studium nicht fertig machen können. Das ist nicht ungesetzlich."

Hochschulpolitik "nicht existent"
Die Hochschulpolitik in Österreich sieht Skalicky als "nicht existent" an. Das zeige sich am Hin und Her in der Studiengebührenfrage: Entweder es gebe Studiengebühren oder nicht - wenn nicht, müsse man dafür sorgen, dass die Unis ordentlich ausgestattet seien.

Als "gescheitert" bezeichnete der Ex-Rektor die als Beratungsorgan des Ministers eingerichtete Hochschulkonferenz. Dies habe sich nicht zuletzt in der Diskussion um ein Promotionsrecht für die Donau-Uni Krems gezeigt: "Die Hochschulkonferenz ist dazu eingerichtet worden, um solche Dinge zu beeinflussen. Sie hat das nicht einmal auf der Tagesordnung, eine offizielle Stellungnahme ist erst in Arbeit. Wenn man diese Einrichtung hat und dann dort nur Beschäftigungstherapie betreibt, ist das gescheitert."