Verfahren gekürzt
Den Mitgliedstaaten sind für die Dauer eines Verfahrens einheitliche Fristen gesetzt. Abgesehen von begrenzten Ausnahmen liegt diese bei sechs Monaten.

Rechtsberatung

Die Rechtsberatung muss nunmehr nicht von Juristen durchgeführt werden, sondern wird vom Staat zur Verfügung gestellt.

Straffälligkeit
Die EURODAC-Verordnung sieht einen erleichterten Zugang der Mitgliedsländer und Interpol zu Datenbanken mit Fingerabdrücken der Asylwerber vor, die Datenschutzbestimmungen wurden verschärft. Bei Straffälligkeit greift ein verpflichtendes und beschleunigtes Ausweisungsverfahren.

Anhörung
Durch die nunmehr zweite Überarbeitung der Dublin Verordnung haben Asylsuchende ein Recht auf eine Anhörung und bekommen bessere (Einspruchs-)Möglichkeiten, sich gegen eine Überstellung in einen anderen EU-Mitgliedsstaat zu wehren.

Bleiberecht
Eingeführt wurde ein Antragsrecht (für Personen, deren Verfahren lange dauern, Anm.), sodass Betroffene beim Landeshauptmann einen Antrag auf Bleiberecht stellen können. Ausschlaggebend für den Verbleib ist, wie gut die Betroffenen integriert sind. Ab 2014 ist das neue Bundesamt für Asyl und Fremdenwesen für die Erteilung von humanitärem Bleiberecht zuständig.

Mitwirkungspflicht

Asylwerber müssen für 120 Stunden nach Stellen des Antrags für Befragungen in der Erstaufnahmestelle zur Verfügung stehen. Wenn sie das Gelände verlassen, haben sie mit Sanktionen zu rechnen.

Folgeanträge nach negativem Bescheid führen nicht automatisch zur Verhinderung der Abschiebung. Geprüft wird dennoch, ob eine Abschiebung gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstößt.

Grundversorgung

Weil Unterkünfte menschenunwürdig geführt wurden (einige wurden geschlossen, etwa die Saualm in Kärnten), sollen zwischen Bund und Ländern einheitliche Qualitätsstandards erarbeitet werden.

Minderjährige
Für unbegleitete Minderjährige wurden neue Vorschriften erstellt, die ihre besonderen Bedürfnisse berücksichtigen, und die zuständigen Mitarbeiter werden einer strengeren Ausbildung unterzogen. Nach den aufsehenerregenden Fällen und Protesten von NGOs (Kinder in Schubhaft, Trennung der Familien bei Abschiebung) wird Schubhaft von Minderjährigen ausgeschlossen. So wurde etwa das Kardinal-König-Haus in Wien in eine Familienunterkunft umgewandelt, wo Familien max. 72 Stunden (laut Ministerium 24 Stunden) vor der Abschiebung verbringen und auf die Rückführung vorbereitet werden.