Wien. Ab heute, Mittwoch, ist bis 31. Oktober wieder der Orient zu Gast in Wien. Das Salam.Orient Festival bietet in seiner neunten Ausgabe ein vielfältiges Programm mit Konzerten, Diskussionen, Vorträgen und Theaterstücken aus Ländern wie der Türkei, Indien, Marokko, Sumatra, Saudi-Arabien oder dem Iran. "Der klassische Zugang im deutschen Raum ist, dass der Orient Araber, Perser und Türken miteinbezieht. Wir haben es einerseits auf der Religion aufgehängt. Dort, wo Islam vorkommt, leuchten wir hin", so der Veranstalter Norbert Ehrlich. Es seien aber auch beispielsweise Beiträge aus China oder der Mongolei dabei, die nicht direkt etwas mit dem Orient zu tun hätten.

Informationen und Unterhaltung

Die Veranstaltungen finden unter anderem im Wien Museum, in der Sargfabrik, im Porgy & Bess und im Wiener Konzerthaus statt. Eröffnet wird das Festival heute um 19 Uhr mit einem Vortrag an der Diplomatischen Akademie zum Thema "Politischer Islam in Westafrika und westliche Interventionen". "Dazu wird Information aus erster Hand geliefert, von einem Senegalesen, der in den USA unterrichtet und nach Wien kommt, um über die Situation in Westafrika zu informieren und insbesondere auch den Islam dieses Raumes ein bisschen näher zu definieren", erklärt Ehrlich. Die Rede ist von Ousmane Kane, Professor für islamische Studien und Politik in Senegal. Moderiert wird die Veranstaltung von der Journalistin Marie Roger Biloa.

Am 23. Oktober wird über die Istanbuler Gezi-Park-Bewegung, die Geschehnisse rund um den Taksim-Platz und ihre Bedeutung für die Türkei in der Hauptbücherei Wien diskutiert. Dazu kommen aus Istanbul zwei junge Soziologinnen, die gemeinsam mit Türken, die in Wien leben, zu dem Thema Stellung nehmen. Es werde auch darum gehen, "ob es kontraproduktiv ist, weiterzumachen, oder ob die ersten Indizien, dass die Regierung eine neue Basis sucht, auch zu den Alewiten, auch zu den Kurden, ermutigend sind, um in diese Richtung weiter in der Türkei Reformen zu verlangen und zu erwarten", erklärt Ehrlich. Besondere Aufmerksamkeit gilt bei dieser Veranstaltung laut Programm der Frauenbewegung und der Istanbuler Stadtbewegung.

Auch eine Ausstellung ist zu sehen. Obwohl sie inhaltlich nichts mit dem Orient zu tun hat, wird sie im Rahmen des Festivals präsentiert. Studenten der Technischen Universität haben im jordanischen Amman zwei Projekte umgesetzt. Die Stadt ist durch Flüchtlinge von 600.000 Menschen auf über zwei Millionen Einwohner angewachsen. Ein Projekt galt der Gestaltung eines Marktes, das andere entwickelte Ideen zum Wohnen in einem informellen, dicht bebauten Stadtviertel. Die Ausstellung wird am 24. Oktober im Wien Museum am Karlsplatz eröffnet.