Wien. (zaw) Die Zeichen stehen auf große Koalition. An der Form der Zusammenarbeit soll sich aber etwas ändern, wird allseits gelobt. Das ist auch für Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner Gebot der Stunde: Er sieht "für diese Form der Zusammenarbeit fünf vor zwölf - streckenweise sogar fünf nach zwölf", wie er am Rande eines Treffens der Landesfinanzreferenten am Freitag in Wien sagte.

Wallner sieht "große Brocken" auf die künftige Regierung zukommen. So gelte es, eine Steuerreform durchzuführen, den Arbeitsmarkt anzukurbeln und die Gesundheitsreform weiterzubringen. Größte Herausforderung sei aber der Bildungsbereich. Hier müssten SPÖ und ÖVP "die ideologischen Scheuklappen beiseitelegen und nach einer pragmatischen Lösung suchen", sagte Wallner.

"Regierung braucht eine gute Achse zur Opposition"


Der Idee, besonders strittige Themen in einen koalitionsfreien Raum zu verlegen, kann der Vorarlberger Landeshauptmann wenig abgewinnen. "Man soll das Pferd nicht von hinten aufzäumen." In wesentlichen Reformfragen - etwa Bildung, Gesundheit oder Verwaltung - brauche es ohnehin eine Zweidrittelmehrheit. "Es braucht also eine funktionsfähige Regierung und eine gute Achse zur Opposition."

Wallner hat sich zwar bisher nicht dezidiert für eine große Koalition ausgesprochen, aber auch zu einer Dreiervariante mit ÖVP, FPÖ und Team Stronach habe er "noch keine tiefgründigen Überlegungen angestellt".

Auch für Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) steht eine Dreierkoalition mit Freiheitlichen und Stronach "nicht auf der Tagesordnung". Aber auch die große Koalition ist für Pühringer keineswegs fix: "Unsere Seele werden wir nicht verkaufen, nur um in der Regierung zu sein." Jetzt sei ohnehin die SPÖ am Zug. Ob die Gespräche auch tatsächlich zu einem Ergebnis führen, könne man nicht schon vor Beginn sagen, so Pühringer.