Insgesamt schaut es laut der am Mittwoch präsentierten Mittelfrist-Prognose aber gar nicht so schlecht aus. Die Wirtschaftsforscher rechnen zwischen 2014 und 2018 mit einem durchschnittlichen Wachstum von 1,8 Prozent. Das wäre besser als der EU-Schnitt und besser als von OECD und IWF zuletzt vorhergesagt.

Die höhere Berechnung des Wachstumspotenzials hat sehr konkrete Auswirkungen: Der Sparbedarf Österreichs liegt dadurch um jährlich eine Milliarde Euro niedriger, sagt Aiginger. Also nicht fast 30 Milliarden Euro, wie sie Zahlen der EU-Kommission vermuten lassen, sondern nur noch 24 Milliarden.

Seit dem EU-Beitritt wächst Österreichs Wirtschaft im Schnitt um einen halben Prozentpunkt stärker als die der EU. Auch in den kommenden fünf Jahren sollen es mehr als die europäischen Plus 1,5 Prozent sein.

Aus Sicht des Wifo spricht vor allem die Nähe zu den stark wachsenden Märkten in Ost- und Südosteuropa und die damit verbundenen Exportchancen für Österreich. Außerdem wächst hierzulande die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter noch, während sie in der EU insgesamt schrumpft. Darüber hinaus gehört Österreich mit Forschungsausgaben von 2,1 Prozent des BIP zu den forschungsintensivsten Ländern Europas. Österreich liegt hier schon an fünfter Stelle, "das nimmt die OECD erst langsam zur Kenntnis", so Wifo-Chef Aiginger. Schließlich ist auch die Staatsverschuldung Österreichs im EU-Vergleich unterdurchschnittlich - der wachstumshemmende Konsolidierungsbedarf (trotz aller Diskussionen darüber) daher auch geringer als in anderen Ländern. Daher habe Österreich zwar "Herausforderungen, aber keinen Grund für Krisengejammer", sagt Aiginger.

Keine Entspannung
am Arbeitsmarkt


Eine der größten Herausforderungen wird die Situation am Arbeitsmarkt sein. Diese wird angespannt bleiben. So rechnet das Wifo mit einem Anstieg auf 7,9 Prozent (nach nationaler Berechnung) bis 2015. Bis 2018 soll es dann nur auf 7,7 Prozent zurückgehen. Damit dürfte die Zahl der Arbeitslosen auch 2018 nur knapp unter 300.000 liegen.

Was die jährliche Inflation angeht, so rechnen die Wirtschaftsforscher mit einer jährlichen Teuerung von 1,8 bis 1,9 Prozent - womit Österreich unter den von der EZB angestrebten zwei Prozent läge.