Wien. Auf den Fotos jubeln andere. Die grüne Basis hat gewählt, und sie wählte am Sonntag Ulrike Lunacek, die seit 2009 im EU-Parlament sitzt, zur Spitzenkandidatin für die EU-Wahl im Mai 2014. Für den zweiten Listenplatz hatte unter anderem Madeleine Petrovic kandidiert, die einstige Bundessprecherin der Grünen. Doch Petrovic unterlag Michel Reimon, der bisher im burgenländischen Landtag saß. Es war also Reimon, der auf den Fotos vom Bundeskongress jubelnd neben Lunacek steht, nicht Petrovic. Ihr fünfter Listenplatz gibt ihr keine realistische Chance auf ein Mandat.

Die niederösterreichische Landespartei will darauf aber mit einem Vorzugsstimmenwahlkampf für Petrovic antworten. Seit 2003 saß diese im niederösterreichischen Landtag, mit Jahresende legt sie ihr Mandat aber zurück. Der Vorstoß von Petrovics Landesgruppe bringt auch die anderen Bewerber unter Zugzwang. Denn es werden um die 20.000 Vorzugsstimmen notwendig sein, um in der Liste nach oben zu springen, und das ist in etwa jene Zahl, die Petrovic bei der Landtagswahl in diesem Jahr erreicht hat.

Derzeit stellen die Grünen zwei EU-Mandatarinnen, das zweite Mandat wackelt aber durch die Kandidatur der Neos. Deshalb hat auch Lunacek ihren Sitz nicht sicher. Denn Petrovic ist seit Jahren im Umwelt- und Tierschutz aktiv sowie bei Bürgerinitiativen, sie gilt in diesem Bereich als gut vernetzt und populär, seit 2008 ist sie auch Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins. Reimon, sowie die Listendritte Monika Vana, haben den Fokus ihrer Arbeit auf Sozialpolitik gerichtet, Lunacek auf Entwicklungspolitik.