Wien/Accra. (apa) Wann und wo jene 300 zusätzlich im Regierungsprogramm vorgesehenen österreichischen Soldaten ihren Auslandseinsatz antreten sollen, ist weiterhin unklar, zumindest ein Österreicher geht am kommenden Montag aber nach Ghana. Major Ortwin Gammer wird für zwei Jahre als Ausbildner in ein Peacekeeping Training Center in Accra entsandt.

Als einer von einem Dutzend Kursleitern soll er dort zwei von der Österreichischen Agentur für Entwicklungszusammenarbeit (ADA) finanzierte und in Kooperation mit dem Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK) konzipierte Kurse für Soldaten, Polizisten und Zivilisten der mittleren Führungsebene halten. Der Großteil der jährlich rund 1000 Schüler stammt aus westafrikanischen Staaten, das von der UNO mitbegründete "Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre" arbeitet eng mit der Westafrikanischen Staatengemeinschaft (Ecowas) zusammen.

Verteidigungsminister denkt offenbar über weitere Entsendungen nach
Vor diesem Hintergrund soll Gammer auch mögliche künftige Kooperationen in Westafrika ausloten, heißt es aus dem Verteidigungsministerium. Die in der Region gelegene Sahelzone, die auch den Norden des Krisenlandes Mali umfasst, gilt nicht nur als eine der Hauptdrogenschmuggelrouten von Südamerika nach Europa, sondern auch als Hort extremistischer Gruppen wie Al-Kaida.

Ob diese Kooperation auch die Entsendung zusätzlicher österreichischer Soldaten zu UN- oder EU-Friedensmissionen, wie etwa in Mali umfasst, ließ Verteidigungsminister Gerald Klug zuletzt stets offen. Anlässlich der Entsendung Gammers erklärte er am Mittwoch jedoch: "Die sicherheitspolitische Lage in Afrika hat direkte Auswirkungen auf Europa. Daher ist es auch für Österreich von Interesse, solche Initiativen zu unterstützen, um den Menschen vor Ort eine friedliche Koexistenz zu ermöglichen."