Wien. (zaw/apa) Ihre Parteizentrale in Wien - die "Neosphäre" - ist frisch renoviert. Trotzdem zieht es die Neos und das Liberale Forum (LIF) am Samstag in die Vorstadt, nach Brunn am Gebirge, um sich endgültig zu verbünden. Zur Erinnerung: Im März 2013 schlossen sich die im Oktober 2012 gegründeten Neos, das LIF und den Jungen Liberalen (JuLis) zu einem Wahlbündnis zusammen. Die Partnerschaft war erfolgreich: Mit fünf Prozent der Stimmen und neun Abgeordneten zog man in den Nationalrat ein. Der Erfolgslauf soll bei der EU-Wahl im Mai fortgesetzt werden. Drei Monate davor will man das Bündnis nun endgültig machen.

Die Parteichefs Matthias Strolz (Neos) und Angelika Mlinar (LIF) sprechen von einer "Liebesheirat" und keiner "Zweckehe". Strolz will mit der Fusion ins "Geschichtsbuch" eingehen. Für das LIF bedeutet das freilich, dass die 1993 aus einer FPÖ-Abspaltung entstandene Partei ab Samstag endgültig Geschichte ist. Trotzdem werden die LIF-Gründungsmitglieder Heide Schmidt, Hans Peter Haselsteiner und Friedhelm Frischenschlager beim Fusionskonvent dabei sein. "Was ist das für eine Hochzeit, wo die Brauteltern nicht dabei sind? Das gibt es schon, es sind aber eher die holprigen Hochzeiten", sagt Strolz.

Liberale werden den freiheitlichen Geruch los

Mlinar sieht in der Fusion eine Chance für das LIF, Assoziationen zur FPÖ für immer loszuwerden. "Mit diesem neuen Zugang, mit dieser Marke beginnt es vielleicht, etwas anderes zu werden", hofft sie. Auf den neuen Namen Neos ist auch Strolz stolz: "Ich finde, dass uns auch markentechnisch etwas Großartiges gelungen ist."

Im Vorfeld des Fusionskonvents gab es einiges zu tun, schließlich galt es, gemeinsame Statuten und ein gemeinsames Programm zu entwickeln. Dieses sieht etwa die völlige Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare vor. "Es ist immer so präjudizierend angenommen, dass die Neos da so furchtbar konservativ sind", meint Strolz dazu. Gewisse gesellschaftliche Entwicklungen könne man aber nicht mehr ignorieren.

Voraussetzung für Fusion - tatsächlich geht das LIF in den Neos auf - und Programm ist freilich die Zustimmung der Mitglieder. Gewählt wird beim Konvent auch der neue siebenköpfige Vorstand der Neos sowie ein erweiterter Vorstand, der sich mit Sachfragen beschäftigen soll. Und auch die Online-Vorwahlen sollen in den Statuten ausgebaut werden - auch die Landeslisten sollen bei künftigen Wahlen über diesen Weg bestellt werden.

Offen ist übrigens noch der künftige Status der JuLis. Es gibt Überlegungen, diese als pinke Jugendorganisation zu etablieren. Eine Entscheidung ist dazu aber noch nicht gefallen.