Wien. Nach der Aufregung um abgewiesene muslimische Blutspender rudert das Österreichische Rote Kreuz jetzt zurück. Man stehe zwar weiterhin zur Entscheidung, Spender aus dem "südosteuropäischem Raum" aufgrund einer 40-prozentigen Hepatitis-B-Häufigkeit als Risikogruppe einzustufen und abzulehnen, aber "Menschen mit Migrationshintergrund sind bei uns als Blutspender jederzeit herzlich willkommen", stellt Michael Opriesnig, stellvertretender ÖRK-Generalsekretär in einer Aussendung am Dienstag klar. Er bedaure die Verärgerung, die durch die Ablehnung von Spendenwilligen in die Blutzentrale Linz entstanden sei und entschuldigt sich bei allen, die dadurch in ihren Gefühlen verletzt worden seien.

In Österreich gelten für alle Bürgerinnen und Bürger einheitliche gesetzliche Kriterien zum Blutspenden. Diese seien nicht von kulturellem Hintergrund, politischer Überzeugung oder Konfession abhängig. Jeder Spender würde im Vorfeld individuell überprüft. Als letzte Instanz treffe der Arzt die Entscheidung, ob die Person geeignet sei oder nicht. Als oberste Priorität seien Sicherheit und Gesundheit der Blutkonserven-Empfänger zu gewährleisten, so Opriesnig.