Wien. "Wir wissen, wem City Chambers gehört; wir nähern uns der 200-Millionen-Schmiergeldgrenze; wir kommen in großen Schritten dem Ziel näher, aus dem Eurofighter-Vertrag auszusteigen und schicken das Klumpert zurück." So kündigt Peter Pilz gegenüber der "Wiener Zeitung" seine Pressekonferenz an.

Mit City Chambers ist die ominöse Lobbying-Firma gemeint, die laut "News" bei Beamten und Spitzenpolitikern für den Kampfjet lobbyiert haben soll. In Unterlagen ersetzte sie die Anfangsbuchstaben der Politiker durch ein L (Lüssel, Lasser, Laider), was schon jetzt explosives Material für den Villacher Fasching birgt.

Mit Klumpert meint Pilz die Eurofighter aus dem Hause EADS.

Deren Ankauf geißelte er bereits 2002 in seiner ersten Meldung der Austria Presse Agentur als "größtmögliche Verschwendungsvariante", deren Bekämpfung wurde zur Lebensaufgabe - bis heute sind es 757 APA-Meldungen. Zum Vergleich: Hypo-Aufdecker Werner Kogler bringt es auf 184 Meldungen zur Bank.

Die Waffen der Pilz’schen Bodenoffensive sind Getriebenheit, Akribie, parlamentarische Immunität und Anwürfe. "Klug ist ein EADS-Minister, nicht nur die Blauen und die Schwarzen haben Dreck am Stecken, sondern auch die Roten. Mehr bei einer Pressekonferenz in zwei Monaten."

Pilz watet im Eurofighter-Sumpf und wirft dabei selbst mit Dreck. Und Spuren davon bleiben selbst dann picken, wenn sich die "Beweise" nie verdichten. Warum? Weil Pilz - und das ist sein großer Verdienst - seit Jahren liefert. Er zeigte City Chambers 2011 an und brachte damit die Ermittlungen wohl erst ins Rollen. Von Berlin bis Italien trifft er Informanten und füttert die Justiz mit Material. Dazwischen füttert er die Medien. Doch was ist das Material am Ende des Tages wert?

"Pilz vermutet Bestechung im Verteidigungsministerium", titelt APA 758 schließlich über die Pressekonferenz. Aber wem gehört City Chambers nun? Welche Geldflüsse belegt er? Wo ist die "smoking gun" für den Ausstieg? Er verrate nur einen Teil, sagt er vor dem Termin, den Rest bekomme die Justiz. Man will es ihm glauben, man kann es glauben, man kann es nicht mehr hören.

Er muss daran glauben, muss weiterkämpfen, sonst ist am Schluss sein Lebenswerk und nicht der Eurofighter verrostet.