Wien. "Angst vorm AMS"? Viele Arbeitslose haben Angst, berichtete am Mittwoch die Nicht-Regierungsorganisation Aktive Arbeitslose.  Außerdem würden nur drei Prozent der Bezugssperren beim Arbeitslosengeld von Betroffenen beeinsprucht, weil ihnen der Entzug des Geldes angedroht würde. Kritik übte Obmann Martin Mair auch an der Qualität mancher AMS-Kurse.

Die meisten Menschen ohne Arbeit würden auch nicht wissen, "dass sie eine reduzierte Mindestsicherung beziehen können", wenn das Arbeitslosengeld gesperrt werde - weil sie darüber nicht aufgeklärt würden, so Mair.


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Website: Aktive Arbeitslose
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"Massive Willkür"

Bei den Bezugssperren gebe es noch dazu "massive Willkür", meinen die Aktiven Arbeitslosen. Wegen "Verweigerung oder Vereitelung einer Arbeitsaufnahme oder Schulungsmaßnahme" habe es etwa in Kärnten nur 18 Sperren gegeben, während es in Vorarlberg im vergangenen Jahr 81 gewesen seien.

Auch die Freiheitlichen Arbeitnehmer (FA) meinten am Mittwoch in einer Ausendung, dass man bei den knapp 16.000 Sperren wegen Verweigerung oder Vereitelung nicht ausschließen könne, "dass viele der betroffenen Arbeitslosen die Schulungsmaßnahmen des AMS als auch die Vermittlungsangebote hinterfragen und als sinnlos oder Lohndumping ablehnen", so FA-Chef Bernhard Rösch. Der Wiener Landtagsabgeordnete meinte zudem, dass Schulungsteilnehmer Kurse ohne Sanktionen beim Arbeitslosegeld ablehnen dürfen sollten.