Wien. Erst hat er es nicht gesagt, dann nicht so. Doch die Aussagen des FPÖ-EU-Abgeordneten und Spitzenkandidaten zur EU-Wahl am 25. Mai, Andreas Mölzer wurden während einer Veranstaltung im Februar im Wiener Palais Epstein von  der "Süddeutschen Zeitung" dokumentiert. Im Folgenden die Zitate laut SZ-"Magazin".

Mölzers Vergleich zwischen EU und Drittem Reich
"Es ist wirklich so, dass die Europäische Union, so wie sie sich jetzt entwickelt, zu einer politisch korrekten Bürokratur wird, zu einer paternalistischen Diktatur, die den Menschen alles vorschreibt, die im Inneren eine Reglementierungsdynamik entwickelt, wo die alte Sowjetunion oder auch das Dritte Reich wahrscheinlich harmlos und liberal fast, möchte ich sagen, auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt missverstanden werde, waren. Weil es sicher nicht so viele Regeln und Vorschriften, Gebote und Verbote gegeben hat wie heute in der EU."

Mölzers Sager über kleine Sizilianer und das "Negerkonglomerat"
"Es gibt das real existierende Brüssel. Und da ist es wirklich so, dass alle, von den Portugiesen bis zu den Esten, von den Schweden bis zu den Sizilianern, die nimmt man nicht so wahr, weil sie wirklich 1,60 zum Teil nur groß sind, alle über uns lachen, über die Deutschen und Österreicher. Wir sind die einzigen, die bei einem Termin einigermaßen pünktlich sind. Wir sind die einzigen, die um 9 schon arbeiten und nicht erst um 11.

Und es ist wirklich so: Es ist eine Frage auch des gestalterischen, des Arbeitsethos, was aus diesem Europa wird: Entweder sind wir ein Negerkonglomerat, totales Chaos, sage ich jetzt bewusst brutal politisch nicht korrekt. Wo das Chaos sich vermehrt, wo Massenzuwanderung, wo institutionelles Chaos, wo wirre Konzerninteressen (sind), Konzerninteressen sind ja auch irrational, sind ja auch wirr. Sie müssen sich vorstellen, was diese Masse dort, diese Bande an Lobbyisten anstellt. Das sind ja die meisten Vollidioten. Das sind ja nicht kühl kalkulierende Wirtschaftsstrategen. Und was diese Partie anstellt, was die aus Europa macht, das ist ja ein Chaos."

Rassistischer Kommentar gegen  Alaba in "Zur Zeit"
Darüber hinaus hat auch ein Kommentar in der rechten Zeitschrift "Zur Zeit", dessen Herausgeber Mölzer ist, für Aufregung gesorgt. Unter dem Pseudonym "F.X. Seltsam" wurde ein Kommentar über den Fußballer David Alaba verfasst. Laut der Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch ist dieser Kommentar Mölzer selbst zuzuordnen - "Zur Zeit" bestritt dies, es handle sich bei "F.X. Seltsam" um ein "Wandersynonym". Im Folgenden die umstrittenen Passagen aus dem Kommentar, das Alabas Fußballklub FC Bayern zum Inhalt hat:

" (...) Patriotische Gefühle sind da allerdings absolut fehl am Platz. Denn Bayern, gar solche aus München, gibt es bei dieser Mannschaft kaum mehr, vielmehr Gladiatoren eben aus aller Herren Länder, Holländer, Franzosen - und auch einen Österreicher. Und zwar einen höchst bedeutenden, der - wenn auch nunmehr für das Endspiel gesperrt - immer wieder spielentscheidend auffiel: David Alaba aus Wien. Dieser lässt sich gerne in Lederhose abbilden und mit der Aussage zitieren: 'Ich bin ein echter Wiener'. Nichts besonderes wäre das, wenn der 19jährige echte Wiener - zurzeit möglicherweise medial der bedeutendste Österreicher - nicht pechrabenschwarz wäre. Der Sohn eines nigerianischen Gesangskünstlers und einer Philippinin ist also das typische Wiener Produkt unserer wunderbaren multikulturellen Zuwanderungsgesellschaft." (...) "Aber so sehen die echten Wiener unserer Tage nunmehr aus."