Mit schweren Vorwürfen der "Offensive gegen Rechts" endete am Samstag eine Kundgebung, die sich gegen eine Demonstration der "Identitären" richtete. Nach Angaben der "Offensive" waren rund 1.000 Personen an der Demo "gegen den ersten rechtsextremen Aufmarsch in Österreich seit Jahrzehnten" beteiligt. "Völlig wahllos wurde auf Menschen eingeprügelt", hieß es in einer Aussendung.

Unter anderem war darin vom "willkürlichen" Einsatz von Tränengas die Rede, von "wahllosen" Verhaftungen auch von Schwangeren und Minderjährigen und von "massivem Einsatz von Gewalt". So sei einer Gewerkschaftsaktivistin der Fuß gebrochen worden. Polizeihunde seien auf Demonstranten "gehetzt" worden. Auch das Bündnis "NOWKR" kritisierte eine "regelrechte Hetzjagd" auf die linken Demonstrationsteilnehmer, ebenso wie der VSStÖ, der von einem "Skandal" sprach.

Veranstalter und VSStÖ fordern nun politische Konsequenzen von der rot-grünen Stadtregierung. Dieser sei "Antifaschismus kein Anliegen", kritisierte die "Offensive gegen Rechts".

Die Bilanz aus Sicht der Polizei: 37 Personen wurden vorläufig festgenommen. Eine Frau und ein Polizist seien verletzt sowie zwei Dienstfahrzeuge beschädigt worden, hieß in einer Aussendung.

Gegenkundgebung als Blockade
Um 13 Uhr hätte die Demo der rechtsgerichteten "Identitären" beginnen sollen, aber der Marsch kam nicht so recht in Gang. Die "Offensive gegen rechts" setzte schon davor  eine Gegenkundgebung an. Beide Demonstrationen hätten vom Christian-Broda-Platz auf der Mariahilferstraße beim Westbahnhof in Richtung Innenstadt starten sollen. Allerdings setzte sich die erste - also linke - Demo nur äußerst langsam in Bewegung. Ziel der Aktivisten war es nämlich, den Marsch der "Identitären" zu verhindern.

Nachdem die rund 400 linken Demonstranten laut Polizei nicht losmarschierten, nahmen die etwa 100 Rechten eine Alternativroute, die immer wieder auf Blockaden traf. Zahlreiche Polizisten waren damit beschäftigt, die Gruppen voneinander fernzuhalten.

Die "Identitären" fanden in Westbahnhofnähe zueinander und schlugen schließlich eine Alternativroute die Burggasse hinab Richtung Innenstadt ein. Die Polizei sperrte Querverbindungen von der Mariahilferstraße ab, die Rechten trafen auf ihrem Weg mehrmals auf linke Gegendemonstranten und Blockadeversuche. Gegen 14.30 Uhr war das Volkstheater, das ursprünglich geplante Ziel der "Identitären," erreicht.

Ziel der "identitären" Demo ist der Protest gegen die "herrschende EU-Politik" sowie "gegen den Vereinheitlichungswahn". "Wehr dich" war auf den Transparenten unter anderem zu lesen. Die Gruppierung versteht sich als "patriotische Jugendbewegung", die unter anderem vor "Masseneinwanderung" warnt.

Die rechten "Identitären" erklärten ihre Kundgebung beim Volkstheater schließlich für beendet und nahmen die U-Bahn in Richtung Rathaus. In einem Bierlokal im 8. Bezirk (Josefstadt) ließen sie sich dann nieder. Laut Polizeisprecherin brach eine größere Gruppe an Gegnern - eine "kleine Demo" - vom Volkstheater dorthin auf, die man in der Folge im Bereich Zweierlinie/Auerspergstraße angehalten habe.

Friedlich lief das alles in der Folge nicht ab. Demo-Teilnehmer berichteten vom Einsatz von Pfefferspray, von Festnahmen und von "prügelnden" Polizisten. Eine Polizeisprecherin wiederum erklärte gegenüber der APA, es habe "massive Übergriffe auf Polizeibeamte" gegeben, auch ein Auto sei beschädigt worden. Mehrere Festnahmen wurden bestätigt und auch, dass eine Demonstrantin verletzt worden sei (mehr im Twitter-Feed).

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