Das grüninterne Match um Brüssel ist nach Informationen der "Wiener Zeitung" entschieden. Madeleine Petrovic holt nicht genügend Vorzugsstimmen, um von Platz 5 auf der Bundesliste auf Platz zwei oder drei vorzuspringen. Damit hätte sie die Wienerin Monika Vana noch von Platz drei verdrängt und sich ein Ticket nach Brüssel erkämpft. Den Grünen stehen nach der Sonntagswahl drei Sitze im EU-Parlament zu.

Offiziell wird erst am Mittwoch vom Innenministerium bekannt gegeben, welche Kandidaten wie viele Vorzugsstimmen holten. Doch laut mehreren niederösterreichischen Gemeinderäten verpasst Petrovic die Hürde von 20.500 Stimmen eindeutig. Das wären fünf Prozent der grünen Stimmen bei der Europa-Wahl gewesen. "Das kann sich überhaupt nicht ausgehen", kommentiert ein NÖ-Grüner, der nicht zitiert werden will, den Auszählungsstand. Damit bleibt es bei der ursprünglichen Liste. Hinter der Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek ziehen der Burgenländer Michel Reimon (42) und die Wienerin Monika Vana (44) ins EU-Parlament ein.

Zunächst hatte es nach einem Match Reimon gegen Petrovic ausgesehen, da mit einem dritten Mandat nicht unbedingt zu rechnen war. Grüne wie Peter Pilz oder der Wiener Christoph Chorherr rührten für Reimon die Werbetrommel. Der internetaffine Globalisierungskritiker startete außerdem auf Facebook und Twitter die Aktion "Ich wähl Michel". Doch auch Reimon dürfte von einem Vorzugsstimmenticket deutlich entfernt sein und laut obigen Quellen bei den Vorzugsstimmen noch hinter Petrovic liegen. Sein Ticket nach Brüssel hat er aber ohnedies fix in der Tasche.