Wien. In Österreich sollen ab 2015 telefonische Gesundheitsberatungsstellen eingerichtet werden. Bund, Länder und Hauptverband haben sich darüber am Montag in einer Sitzung der Bundeszielsteuerungskommission, die die Gesundheitsreform mit Leben erfüllt, geeinigt. Vorbereitet wird dieses System der Patientenberatung in den Pilotländern Wien, Niederösterreich und Vorarlberg.

Jenseits des Arlbergs hat man schon vor zwei Jahren damit begonnen, ein Ärztebereitschaftstelefon aufzubauen. Unter der Nummer 141 wurde eine Auskunftsstelle - teilweise auch Vermittlung - für die Erreichbarkeit von niedergelassenen Ärzten (Bereitschafts-, Notdienste, Ordinationszeiten) eingerichtet. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden 8200 Anfragen verzeichnet. Aber bereits bei der Konzeption sei ein späterer Ausbau zu einer telefonischen Beratungsstelle berücksichtigt worden, heißt es aus dem Büro des Vorarlberger Gesundheitslandesrats Christian Bernhard. "Wir arbeiten mit Hochdruck und hoffen, dass wir im nächsten Jahr mit der telefonischen Gesundheitsberatung beginnen können", sagt der Pressesprecher des Landesrats zur "Wiener Zeitung". Besetzt soll diese mit einer diplomierten Krankenpflegekraft werden. Allerdings stehe im Hintergrund immer auch ein Arzt beratend zur Seite.

Zum Vorbild hat sich Vorarlberg das Schweizer System Medi24 (www.medi24.ch) genommen. "Täglich nutzen bis zu 3000 Personen die medizinische Beratung bei akuten gesundheitlichen Problemen oder für Auskünfte zu Gesundheit und Krankheit sowie für die Vermittlung von Leistungserbringern", heißt es dort.

"Das ist ein neuer Plan, der mit aller gebotenen Vorsicht entgegen genommen werden muss", zeigt sich die Ärztekammer skeptisch. Bei Medi24 sei das Telefon mit Ärzten besetzt, ebenso wie im zweiten Musterland Schleswig-Holstein, heißt es. Für die Interessenvertretung der Ärzteschaft ist es unabdingbar, dass am Telefon ein Arzt oder eine Ärztin ist, wenn es um ärztliche Beratung geht. Aber: "Ein Telefonat kann eine Behandlung nicht ersetzen."

Aus Vorarlberg heißt es dazu, dass auch Landesrat Bernhard, der selbst Allgemeinmediziner ist, anfangs skeptisch gewesen sei, sich aber durch Besuche in der Schweiz von der Sinnhaftigkeit des Modells überzeugen habe lassen.