- © Pew Research Global Attitudes Project
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Ja, auch in Ländern mit einem bedeutenden muslimischen Bevölkerungsanteil, zeigen sich die Menschen sehr besorgt über die Gefahr, die von islamischen Extremistengruppen ausgeht. Dies geht aus einer aktuellen Studie des "Pew Global Attitudes Project" hervor. Das mag jetzt nicht überraschen, aber die Erhebung ist im Hinblick auf aktuelle Entwicklungen besonders relevant: Wir leben in einer Zeit, in der Nachrichten über islamistische Extremistengruppen wie Isis und Boko Haram zu einer verstärkten Diskriminierung von Muslimen führt. Eigentlich bereits seit den Anschlägen am 11. September 2001 wurden internationale Terrorhandlungen, die nach außen "im Namen des Islam" geführt werden. Es ist eine besonders spannungsgeladene Zeit, in der die Extremistenorganisation Isis Gebiete im Irak und Syrien einnimmt und ein islamisches Kalifat ausgerufen hat.

Negative Meinung von Al-Kaida

Durchgeführt wurde die Studie mit 14.000 Befragten aus 14 Staaten im April und Mai 2014 - bevor es noch Meldungen der Isis-Gruppe gab. Dennoch weist auf eine wachsende Angst innerhalb von muslimisch geprägten Ländern hin. Besonders im Libanon, wo der Syrien-Bürgerkrieg auch nationale Spannungen ausgelöst hat. Das Land mit einer Bevölkerung von etwa 4,5 Millionen besteht inzwischen fast zu einem Viertel aus syrischen Flüchtlingen. Während im vergangenen Jahr 81 Prozent der Befragten wegen "Islamischen Extremismus im Mittleren Osten besorgt" waren, wuchs die Zahl im Jahr 2014 bereits auf 92 Prozent.

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In allen 14 Staaten hat nur ein geringer Teil der Studienteilnehmer eine "positive Meinung von der Al-Kaida". Die niedrigste Zustimmung erreicht das Terrornetzwerk in Israel mit einem Prozent und im Libanon mit zwei Prozent. Aber auch in palästinensischen Gebieten, wo gar 25 Prozent der Befragten dem Terrornetzwerk positiv gegenüber stehen, sank die Zustimmung von 2013 auf 2014 um neun Prozent.