Wien. Der Rechtsvertreter des ehemaligen Finanzministers Karl-Heinz Grasser, Manfred Ainedter, geht davon aus, dass die Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftskriminalität und Korruption (WKStA) in ihrem Vorhabensbericht in der Causa Buwog eine Anklageerhebung vorschlägt. Das ließ Ainedter im Gespräch mit der APA durchblicken. Dass die Sache nach fast fünfjährigen Ermittlungen auf eine Anklage zusteuere, sei nicht überraschend.

Tatsächlich hat die Korruptionsstaatsanwaltschaft in der Causa Buwog um den zu billigen Verkauf von 60.000 Bundeswohnungen an ein Konsortium um die Immofinanz ihren Vorhabensbericht an die Oberstaatsanwaltschaft übermittelt. Darin werde laut Ermittlerkreisen die Anklage von 18 Personen beantragt, berichtete der "Standard". Der Vorhabensbericht umfasse auch den Fall Terminal Tower in Linz. Neben der Oberstaatsanwaltschaft muss auch das Justizministerium die Anklage genehmigen.

Neben Grasser sollen die Lobbyisten Walter Meischberger und Peter Hochegger sowie ÖBB-Aufsichtsratschef und Ex-Porr-Boss Horst Pöchhacker, der frühere Raiffeisenlandesbank-Oberösterreich-General Ludwig Scharinger, Ex-Immofinanz-Chef Karl Petrikovics, der Makler Ernst Karl Plech sowie der Steuerberater und Anwalt Gerald Toifl angeklagt werden. Ihnen wird unter anderem Untreue und Bestechung vorgeworfen, was sie bestritten haben.

Indes sind bei einer Razzia bei einer früheren Grasser-Mitarbeiterin kürzlich tausende E-Mails und weitere Daten aufgetaucht, schreibt der "Standard". Das Material soll für Grasser und dessen Freundeskreis äußerst unangenehm sein, sowohl für die Causen Buwog und Terminal Tower als auch für die finanzstrafrechtliche Aufarbeitung.