Wien/Salzburg. "Es kann nicht sein, dass ein so reiches Land wie Salzburg nicht in der Lage ist, 1.500 Flüchtlinge, die alles verloren haben, aufzunehmen." Das erklärte Landeshauptmann und ÖVP-Chef Wilfried Haslauer am Mittwochabend beim traditionellen Rupertitreffen seiner Partei. Salzburg werde die Menschen unterbringen und ihnen helfen.

  "Wir stehen aus unserer christlich-sozialen Werthaltung heraus bei jenen Menschen, die aus Kriegs- und Krisengebieten zu uns kommen." Die Asylfrage sei ein schwieriges Thema. Das Fremde und Unbekannte mache Angst. Deshalb wäre es umso wichtiger, die Flüchtlinge so zu verteilen, dass die Bevölkerung in der Lage sei, "den Menschen zu erkennen und nicht den Fremden". Er wisse die Bürgermeister in dieser Frage hinter sich, sagte Haslauer.

  Ähnlich argumentierte Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, der zu dem "schwarzen Familientreffen" der Salzburger Parteifreunde gekommen war: "Es ist genant für ein Land, das zu den reichsten in Europa gehört, diese Frage nicht lösen zu können." Das verändere die internationale Reputation Österreichs und schade dem Land. "Wir müssen zusammenhelfen", sagte Mitterlehner.

  Der ÖVP-Chef warb für den neuen Kurs in der Bundesregierung. "Wir müssen prozessorientiert arbeiten und die Probleme lösen", erklärte Mitterlehner. Für eine Steuer- oder eine Bildungsreform brauche es die Unterstützung der Länder. Das Gemeinsame müsse man auch in der Partei in den Vordergrund stellen. "Wir können Unterschiede darstellen, aber die Firma ist eine gemeinsame Firma."

  "Die Leute unterscheiden nicht zwischen Bund und Land. Wir sind total aufeinander angewiesen", meinte auch Haslauer, der Mitterlehner zum "Ehren-, Erb- und Lieblingsonkel" der Salzburger ÖVP erklärte. Dieser habe immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Länder.

Mödlhammer will Arbeitsmarkt-Zugang für Asylwerber

Donnerstagfrüh hat sich Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer gegen die Vorwürfe gewehrt, die Gemeinden seien bei der Unterbringung von Flüchtlingen säumig. Aber er könne sich vorstellen, dass Asylwerber Zugang zum Arbeitsmarkt bekommen, sagte er im Ö1-Morgenjournal.

Unterdessen zeigte sich der Generalsekretär des Roten Kreuzes, Werner Kerschbaum, nach der Konferenz der Flüchtlingsreferenten der Länder vom Mittwoch vorsichtig optimistisch: "Ich bin nicht euphorisch, aber freue mich schon über einige positive Signale", sagte er zur APA. "Das Thema der Unterbringung der Asylwerber ist offenbar bei den Verantwortlichen angekommen", meinte Kerschbaum - vor allem bei jenen der Länder.