Berlin. Nach dem Misshandlungsskandal in einem Flüchtlingsheim in Nordrhein-Westfalen hat die Linkspartei ein Umdenken in der Asylpolitik gefordert. Die Vorgänge müssten ein Weckruf sein, sagte Linkspartei-Chef Bernd Riexinger der Online-Ausgabe des "Handelsblatt" am Sonntag. "Wir müssen weg von der geschlossenen Unterbringung von Flüchtlingen. Das ist inhuman und öffnet Tür und Tor für Machtmissbrauch." Die dezentrale Unterbringung von Asylsuchenden müsse der Regelfall in Deutschland werden.

Fotos und Video belegen Misshandlung

In einem Flüchtlingsheim im nordrhein-westfälischen Burbach sollen Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes Asylsuchende mehrfach misshandelt haben. Polizei und Staatsanwaltschaft präsentierten am Sonntag ein Handy-Foto, das einen am Boden liegenden Mann und zwei lachende Sicherheitsmänner zeigt. Einer der beiden stemmt dem gefesselten Flüchtling einen Fuß in den Nacken. Zudem soll es ein Video geben, dass die Misshandlung eines Asylbewerbers dokumentiert.

"Das muss die NRW-Landesregierung vollständig aufklären. Sie führt die Aufsicht", sagte Riexinger. Dabei sieht er auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) in der Pflicht: "Die politische Gesamtverantwortung für systematische Menschenrechtsverletzungen liegt letztlich bei der politischen Führung des Landes." Nichtstun sei unterlassene Hilfeleistung.