Wien. Heinz Engl muss nicht lange überlegen. Für den Rektor der Uni Wien ist klar: Dass sich die größte Universität des Landes in dem am Mittwochabend veröffentlichten Times Higher Education Ranking wieder einmal verschlechtert hat, sei das Ergebnis langjähriger Unterfinanzierung. "Ein paar Plätze auf oder ab ist nicht das Problem, aber wenn man den langjährigen Durchschnitt der Ergebnisse ansieht, ist das bedenklich. Wir verlieren ohne Zusatzinvestitionen an Boden", sagte Engl zu der weltweiten Vergleichsstudie der Unis.

Zwar ist die Universität Wien immer noch die einzige österreichische Uni, die unter den Top 200 Bildungseinrichtungen gereiht ist, allerdings ist auch seit Jahren ein deutlicher Negativ-Trend feststellbar. Nach den Plätzen 139 (2011), 162 (2012) und 170 (2013) reichte es für die einzige in den Top 200 gelistete Uni Österreichs bei der am Mittwoch veröffentlichten neuen Rangliste nur mehr für Rang 182. Die anderen heimischen Unis stagnierten größtenteils, die Uni Linz flog ganz aus den Top 400.

Caltech, Harvard, Oxford . . .

Auf Platz eins des Rankings landete wie im Vorjahr das California Institute of Technology (Caltech), gefolgt von der Harvard University (beide USA) und der University of Oxford (Großbritannien). Beste kontinentaleuropäische Universität ist erneut die Eidgenössisch-Technische Hochschule (ETH) Zürich auf Platz 13 (2013: 14). Die beste deutsche Hochschule, die Universität München, kletterte von Platz 55 auf 29.

Zu den anderen Aufsteigern des heurigen Rankings zählen die Herausgeber die asiatischen Hochschulen, von denen es heuer 24 in die Top 200 schafften (2013: 20), Deutschland mit Ranggewinnen sowie die Türkei. Die besten türkischen Unis haben bereits die besten österreichischen überholt.

"Es muss ernsthafte Besorgnis auslösen, dass die Universität Wien mit ihrer starken und prestigereichen Geschichte immer näher in Richtung Ende der Top 200 abrutscht", kommentierte Ranking-Herausgeber Phil Baty. "Es wäre wahrlich ein trauriger Tag für solch eine Institution, aus der globalen Elite herauszufallen."

Das glaubt auch Rektor Engl. Aber für eine Trendumkehr brauche es einfach mehr Geld pro Studierenden - "mit der Betonung auf mehr Geld", sagte er.