Der Schwanzer-Trakt im Hauptgebäude am Oskar-Kokoschka-Platz wird generalsaniert. - © Peter Kainz
Der Schwanzer-Trakt im Hauptgebäude am Oskar-Kokoschka-Platz wird generalsaniert. - © Peter Kainz

Wien. (apa/vasa) Die Angewandte wächst doch noch: Nach dem
Aus für den Erweiterungsbau erhält die Universität für angewandte Kunst mit einem Gebäude an der Vorderen Zollamtsstraße 7 im 3. Bezirk einen zusätzlichen Standort. Bis Ende 2017 sollen die Räume bezugsfertig und der desolate Schwanzer-Trakt im Hauptgebäude am Oskar-Kokoschka-Platz soll saniert sein, kündigte Rektor Gerald Bast am Montag an.

Die akute Raumproblematik war in den vergangenen Jahren "die beherrschende Thematik", sagte Bast. Bereits 2002 wurde ein Nachholbedarf von 10.000 Quadratmetern vonseiten einer vom Wissenschaftsministerium beauftragten Beratungsfirma festgestellt, so der Rektor zur "Wiener Zeitung". Die letzte große Erweiterung war zuvor der Schwanzer-Trakt, der im Jahr 1968 gebaut wurde. "1970 hatte die Angewandte 528 Studierende. Jetzt haben wir ungefähr 1600 Studierende." In den vergangenen Jahrzehnten gab es daher einen "massiven Rückstau an Platzbedarf". Letztlich sei nun alles gut gegangen.

"Erstaunt, wie gut sich Minister mit Universitäten auskennt"

War 2013 bei der traditionellen Jahrespressekonferenz noch vom frustrierenden Tauziehen zwischen Wissenschafts- und Finanzministerium bezüglich der Baufreigabe für den vom Architekten Wolfgang Tschapeller entworfenen 10.000-Quadratmeter-Zubau die Rede, freute man sich nun ein Jahr später an selber Stelle über eine Entscheidung. "Es wird zwar nicht das Tschapeller-Projekt werden, aber wir haben eine Generalsanierung und eine Zumietung durchsetzen können", sagte Thomas Jakoubek, Vorsitzender des Universitätsbeirats. Mit der Anmietung des Gebäudes auf der gegenüberliegenden Seite des Wienflusses von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) gewinne man 8840 Quadratmeter Nutzfläche in Gehweite für Unterrichts-, Seminar- und Forschungsprojekträume sowie ein Veranstaltungszentrum.

Sämtliche Standorte mit einberechnet, stehen der Angewandten dann rund 34.000 Quadratmeter zur Verfügung, "was sehr lange reichen wird", sagte Bast. Denn eine einen Anstieg der Studierendenzahlen wie in den vergangenen Jahrzehnten werde man nicht mehr zulassen. "Wir werden nur die Begabtesten in den Zulassungsprüfungen auswählen."

Mit geplanten Ausgaben von insgesamt 27 Millionen Euro spare man auch der Republik einiges, hatten sich die Kosten des Erweiterungsbaus doch innerhalb eines Jahres auf mehr als 100 Millionen Euro verdoppelt. "Damit leisten auch wir einen Beitrag", sagte Jakoubek, der voller Lobes für Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) war. "Wir waren ziemlich erstaunt, wie gut er sich mit Universitäten auskennt." Die nunmehrige Entscheidung "haben wir ihm zu verdanken. Er hat sich sehr angestrengt, den Bestrebungen des Finanzministeriums entgegenzuwirken".